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Musical Via Jacobi
in Günne aufgeführt

Beseelt, beschwingt und tief berührt: Der Projektchor „Via Jacobi“ verzauberte das Publikum in der Günner St.-Antonius-Pfarrkirche mit dem Musical „Der Weg nach Santiago“ auf eine ganz angenehme, harmonische Weise mit schlichten Darstellungen, wunderbaren Melodien und einfühlsamen Texten nach dem Original von Siegfried Fitz (Musik) und Hermann-Schulze-Berndt (Text).

Optisch wird das Singspiel begleitet von Fotos der abwechslungsreichen Landschaft des Jakobsweges,die auf Großleinwand projiziert werden. Ein Mann, der sich an diesem Abend bescheiden im Hintergrund hielt, aber mit fester Dirigentenhand die Fäden zog, darf stolz sein: Chorleiter Dieter Tinkloh, der die Idee zu diesem Projekt hatte und mit seinem „zusammengewürfelten“ Chor eine wunderbare Gemeinschaft bis zur Premiere begeisterte.

Das Publikum, das sich auf Wunsch des Chores mit Applaus bis nach dem Schlussakkord zurückhielt, kannte zu diesem Zeitpunkt kein Halten mehr, zollte dem Chor mit heftigem Beifall das was er verdient hatte: Ganz viel Anerkennung für eine tolle Leistung, die aus dem Herzen kam und Herzen wärmte und berührte.

Ein weiteres Dankeschön Mankopfs galt auch Regisseurin Walburga Schulte, Co-Regisseurin Beatrix Peter sowie den Organisatoren Jutta Truernitt und Thomas Enste, die enorm viel Vorbereitungsarbeit geleistet hatten und letztendlich den Tontechnikern.

Der Kernpunkt des Musicals trifft die heutige Zeit am Nerv: Hektik, Macht, Streben nach Geld und Gewinn. So gestaltet sich die erste Szene im Altarraum. Jakob Meyer, die Titelfigur, ein Börsenspekulant und Spieler, gespielt von Sebastian Tinkloh, sitzt am Computer und rechnet. „Meine Aktien steigen, Geld ist ein Genuss“, freut er sich diebisch. Plötzlich der Anruf aus dem Krankenhaus: seine Mutter ist sterbenskrank eingeliefert worden. Meyer eilt zu ihr. Sie, die gebürtige Spanierin, bittet ihn darum, den Jakobsweg zu gehen. „Alles Fromme ist mir fremd“ – sagt er genervt, macht sich aber dann doch auf den Weg.

Mit einfachen Requisiten wie Wanderstab, Rucksack und der Muschel, die den Pilger ausmachen, gehts los. Jakob Meyer nimmt das Publikum mit auf den Weg nach Santiago de Compostela, die Pilgerschar – als der Chor – zieht in die Kirche ein, begleitet ihn. Lieder von der Historie der Apostel, dem Sinn des Lebens, exentiellen und spirituellen Gefühlen und der Lobpreisung Gottes erfüllten die Antoniuskirche bis in den letzten Winkel mit kraftvollem, mehrstimmigem Gesang, Soli und gregorianischen Klängen.

Jakob erlebt auf der Wanderschaft alle Facetten von denen Pilger berichten: Hitze, Durst, Stolpersteine, wehe Füße, aber auch die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen am Wegesrand. Die Bäuerin, die ihm Äpfel schenkt, der Förster, der ihm die Schönheiten des Weges zeigt, die Gärtnerin, die ihn darauf hinweist dass sie ihre Blumen nur pflegt, Gott aber der Eigentümer ist, der Musiker, der sich freut, dass Gott ihm Einfälle schenkt oder die Mönche, die ihm Unterkunft gewähren. „Gott bringt Schwingung in mein Leben“ – diese Erkenntnis ist ein erster Schritt in die neue Richtung. Schließlich trifft Jakob einen Wanderer, dem er zu Beginn seiner Tour schon begegnet ist.

Er bittet ihn um Begleitung bis zum Endpunkt. Tief bewegt kommt er schließlich in der Kathedrale von Santiago an, kniet nieder, betet und weiß ganz plötzlich: „Meine Aktien steigen, jetzt aber menschlich und spirituell.“ Eine wunderbare, emotionale Szene, die das Publikum beeindruckt. Die Pilger freuen sich über den Wandel, feiern ein großes Fest. „ Der Weg ist das Ziel, wer sucht findet viel, Gott ist im Spiel“. Mit diesem Kanon wendet sich der Chor strahlend an das Publikum. „Santiago ist überall“ - ist in großen Lettern auf der Leinwand zu lesen. Und trifft manchen Besucher mitten ins Herz.

„Lassen sie das Erlebte auf sich wirken“, gibt Heinz Mankopf den Besuchern mit auf den Heimweg. Der Chor stimmte als Zugabe noch einmal das schöne Lied „Jesus ist der Weg“ an. Ein wunderschöner Abend liegt hinter den Gästen, unterbrochen mit einer Pause, in der sie einen Imbiss, Getränke und schöne Gespräche im Zelt vor der Kirche genießen durften oder am Stand des „Eine-Welt-Ladens“ etwas für den guten Zweck erwerben konnten. „Der Weg nach Santiago“ – ein Projekt des erlebten Glaubens, dem sehr viel Dank gebührt. - rgr

Quelle: Soester Anzeiger Möhnesee 26.10.2015


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