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Mehr als 100 Flüchtlinge zu Gast im Ludwig-Kleffmann-Haus
Willkommensgeste kommt an

Am Montagnachmittag waren mehr als 100 der Flüchtlinge aus der Einrichtung bei Echtrop zu Gast im Ludwig-Kleffmann-Haus: Es gab Kaffee, Kuchen, Tee, Kakao, Cola, Fanta, Wasser, den neuen Image-Film über den Möhnesee in englischer Sprache und viel Gelegenheit zu einem ersten Kennenlernen, für die Kinder ein Beschäftigungsprogramm mit Gelegenheit zum Malen, Spielen und Herumtoben.

„Wir wollen etwas gegen die Langeweile der Menschen tun, wenigstens diese vier Stunden lang, wir wollen ihnen zeigen, wo sie jetzt angekommen sind – und wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Menschen willkommen sind“, erklärte Stichmann. „Und eins ist mir wichtig, weil das in der Berichterstattung immer untergeht: Wir tun das alle, weil wir Christen sind: Hilfe ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Und noch etwas ist ihm wichtig: „Wir haben den Heimatverein mit ins Boot geholt, da war uns viel dran gelegen, wo doch mit dem Heimatbegriff im Osten Deutschlands gerade soviel Schindluder getrieben wird. Wir wollen beweisen, dass wir mit dem Begriff von Heimat etwas völlig anderes verbinden, nämlich Zuwendung, Offenheit und Gastfreundschaft.“

Dieses Programm für Flüchtlinge soll es jetzt regelmäßig geben: Immer alle 14 Tage am Montag- und am Dienstagnachmittag chartert die Aktion „Zwei Stunden Zeit“ die Busse, die dann jeweils um die 100 bis 120 Flüchtlinge von der Kaserne in Echtrop abholen. Dann geht es auf Tour rund um den Möhnesee, ein „Schlenker“ über Neuhaus führt auch in den Arnsberger Wald.

"Hohes Ansehen in der arabischen Welt"

„Das ist alles sehr beeindruckend für Menschen aus den arabischen Ländern“, sagte Dolmetscher Numan Morshed. Der lebt seit 30 Jahren in Deutschland, ist in Palästina geboren, in Jordanien aufgewachsen und kennt die Befindlichkeiten der Menschen, die vor dem Terror nach Europa geflohen sind. „Die Deutschen genießen ein hohes Ansehen in der arabischen Welt“, erzählt er. „Jetzt bei der Rundfahrt waren die Flüchtlinge sehr beeindruckt von der deutschen Ingenieurskunst: Die Sperrmauer ist imposant, so etwas zu erhalten, eine gewaltige Aufgabe.“ Und er schwärmt vom Wald – für manchen am See sind es eben Bäume, für die Neuankömmlinge ein richtiges Wunder, findet Morshed: „Das kennen sie von zuhause nicht.“ Nach der rund einstündigen Tour mit dem Bus geht es zum Kaffeetrinken ins Kleffmann-Haus.

Schon der erste Nachmittag zeigte: Die Willkommensgeste kommt an, man kann es in den Augen lesen, am Händedruck der Gäste spüren: Gemeinsame Gespräche zwischen Deutschen und Flüchtlingen sind auf Englisch möglich, oder wenn Numan Morshed gerade Zeit zum Übersetzen hat – er wurde allerdings an allen Ecken gleichzeitig gebraucht. - brü

Quelle: Soester Anzeiger 11.11.2015


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