Gebete und Impulse
aus dem Pastoralen Raum Soest

 

 

In vielen Kirchen ist es Brauch, dass Menschen in einem Gebetsanliegen eine Kerze anzünden.

Diese Möglichkeit geben wir Ihnen auch auf der Homepage der Abtei Königsmünster. Die Mönche nehmen Ihr Anliegen dann mit in ihr Gebet!

Hier klicken und eine virtuelle Kerze entzünden!

 

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  #Tragseil

    Glaube verbindet / Kirche trägt / Gott hält -
   
Gedanken zum Durchhalten, Aufatmen, Hoffnung behalten

       Bild: pixabay

 

Liebe Menschen im Pastoralen Raum Soest,
wir führen die Reihe der #Tragseil-Impulse weiter und stellen hier jeweils von Montag bis Freitag einen neuen Impuls online. Diese Impulse sollen Ihnen während der Coronakrise, Hilfestellung und Ermutigung sein. Einige Seelsorger/innen aus dem Pastoralen Team werden ihre individuellen Gedanken in dieser so herausfordernden Zeit mit Ihnen teilen. Sollten Sie zu den Texten Gesprächsbedarf haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, die jeweiligen Daten dazu finden Sie unter jedem einzelnen Denkanstoß.

Wir sind für Sie da!
Ihre Impulsgeber / Impulsgeberinnen

 

 

27.11.2020: #Wackel-Jesus

Wackel-Jesus 

 

Mein "Wackel"-Jesus

 

(Foto: privat)

 

Er stand auf dem Geburtstagstisch, schon ein paar Jahre her,
in ´nem Gewand so hell, wie Sand der Wüste.
Ich mußte lachen, denn mir war sofort klar,
wer mich mit diesem Wackel-Jesus grüßte.

Hätte mir wer erzählt, dass es so´n Wackel-Jesus gibt,
dachte ich, der will mir ´n Bären aufbinden.
Es gibt ihn wohl! Und ich wußte, nur die Leiterrunde kann
so ein Spaßgeschenk für mich finden.

Ich habe den freundlichen Kerl von Anfang an
zum Partner erklärt und ins Herz geschlossen,
er steht auf meiner Fensterbank und so habe ich
tatsächlich Jesus als Hausgenossen.

Er steht da ganz egal was für ein Wetter ist.
Immer freundlich, die Hand segnend erhoben!
Bleibt immer gleich, auch wenn es dunkel ist,
nur bei Sonnenschein, da er kann er sich austoben.

So gibt er mir ´ne Lehre, wenn´s bei mir mal trübe ist.
Gott ist nicht weg, er ist nur nicht aufdringlich.
Hält seine Hand als Segen über mich.
Ich will das glauben, ist´s auch noch so kindlich.

Und denke, wo er die Stellung hält, da mach beruhigt Rast,
da bleibt das Schlimmste vor den Toren.
Es kann nichts passier'n, denn wer so´n Wackel-Jesus hat,
ist noch nicht ganz erwachsen, ganz verloren!

Ich tausch den Wackel-Kerl für keinen andren ein,
auch nicht als Abschied von den Kindertagen!
Mit ihm auf meiner Fensterbank bin ich nicht allein.
Ich weiß, ich muss mich nicht allein durchschlagen.

Dazu gibt es auch eine Melodie und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir eine Mail, dann maile ich Ihnen gerne auch das Lied!

Andreas Krüger

 

Liebe Grüße und Danke

Ihr Andreas Krüger, Gemeindereferent

andreas.krueger@pr-soest.de
02921 3690388

 

26.11.2020: #Blick auf...!

2020 11 21-Novemberstimmung 

 


Blick auf...!

 

(Foto: privat C.E.)

Wir haben Christkönig gefeiert und in der Natur herbstet es sehr. Sie macht sich auf den Weg in die nächste Jahreszeit – in die Zeit, die wir normaler Weise als die lichtvolle Zeit bezeichnen – eigentlich!
Doch in diesem Jahr kommt vielen Menschen der Blick auf diese Zeit sehr anders, komisch, ungewohnt, mit gemischten Gefühlen, getrübt – vor.

Beim Propheten Jesaja finden wir das tröstende Wort: „Blick auf und schau hin, und du wirst das Licht sehen! Und du wirst strahlen, dein Herz wird beben und sich weit öffnen.“ (Jes 60,1-6)

Was die Menschen Herbst nennen, zeigt uns aber auch, bei genauem Hinsehen, bereits Spuren neuen Lebens. Schauen wir uns die herabgefallenen Blätter, z.B. eines Ahorns genauer an – in ihren vielfältigen Farben – dann kann man daran oft schon die neukommende Knospe erkennen. Ein wortloses Zeugnis der Hoffnung auf neues Leben im Frühjahr. Stellt man dieses Blatt dann ins Wasser, wird das große bunte immer brauner, die Knospe aber entwickelt sich bereits weiter. Neues Leben – HOFFNUNG –, die uns von Gott her zuruft: „Fürchte dich nicht, auch wenn der Weg beschwerlich ist!“

Wir können IHN bitten, dass ER uns hilft, in unserem Vertrauen auf IHN – trotz aller Widrigkeiten – nicht zu erlahmen. Wir können IHN, der uns zusagt: „FÜRCHTE DICH NICHT! ICH KENNE DICH! ICH HABE DEINEN NAMEN IN MEINE HAND GESCHRIEBEN- DU BIST MEIN!“ bitten, dass ER unser Streben nach Gemeinschaft, nach gegenseitigem auf uns achten, nach einem echten Miteinander, auch im Glauben – mit seiner himmlischen Kraft und seinem Heiligen Geist wohlwollend begleiten möge.

Erinnern Sie sich vielleicht, liebe Schwestern und Brüder, wie ich mich erinnere? In unseren Kindertagen hatte ein rotglühender Abendhimmel eine Bedeutung. „Seht mal, das Christkind backt wieder“ – hörten wir als Kinder von unseren Großeltern oder den Eltern. Und in der Regel wurde dann am nächsten Tag auch selbst die Bäckerei daheim begonnen, und wir durften dabei helfen, z.B. den Teig durch die Formen zu drehen, die dann in vielfacher Weise auf dem Backblech landeten, und natürlich auch – von uns schon vorher als Teigmasse genascht wurden. Auf den Fensterbänken kühlte das Gebäck dann aus. Und dann passierte es, dass am nächsten Morgen nur noch ein Plätzchen auf dem Boden. Das hatte dann der hilfreiche Engel „beim Einpacken verloren“ – oder hatte er es als Belohnung für uns Helfer absichtlich dagelassen, damit die Vorfreude in uns wachsen konnte?

Vielleicht kann uns der Blick in den Himmel dabei sogar helfen: Wenn der Abendhimmel rot leuchtet – und wir uns zurückholen lassen, wenn wir Rückschau halten, wenn wir den Tag oder die Woche bewusst Revue passieren lassen… Wenn wir zu unseren Aufgaben, zu unseren Konflikten, zu unseren eigenen Widersprüchen, aber auch zu unseren Liebenswürdigkeiten zurückkehren… Wenn wir so, hoffend und glaubend auf diesen Himmel schauen… Könnten wir dann erfahren, dass Gott uns mit seinem Frieden beschenken möchte? Mit einem Frieden, den die Welt nicht geben kann, einem Frieden, der uns ermöglicht, unseren eigenen Weg und auch die momentane Situation anzunehmen und sie dennoch, im Rahmen der Möglichkeiten, zu gestalten?

Blicken wir auf! Eröffnen wir uns selbst die Möglichkeit, das Licht zu sehen. ER ist da, ER lässt es für uns leuchten, damit wir nicht mutlos werden, damit wir weiter versuchen zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Mein Gott, mein Erlöser, mein Heiland, mein König – bleibe bei mir!
Fern von DIR müsste ich welken und verdorren. Zeigst DU DICH mir wieder, blühe ich auf in neuem Leben, wie eine Knospe, die bereits unter dem welken Blatt beginnt, das neue Leben zu spüren.
DU bist das Licht, die nicht verlöschende Flamme, der leuchtende Himmel. Und vom Glanz DEINES Lichtes beschienen, kann ich selbst zum Licht werden, um anderen zu leuchten.
Ich bin nur wie ein Glas, durch das DU dem Anderen scheinst. Lass mich DEINE Wahrheit verkünden – nicht so sehr durch viele Worte, sondern durch die stille Kraft der tätigen Liebe und des Gebetes…
Führe DU uns auch durch das Schwere dieser Zeit, wandle unsere Schwäche in Kraft und geh mit uns! Vor allem aber segne uns, heute und jeden Tag neu- Amen (frei nach J.H. Kard. Newman; in Gotteslob 8,2)

In herzlicher Verbundenheit und mit dem Wunsch: blicken Sie auf und bleiben Sie behütet! grüßt

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

 

 

Durch ein Statusbild wurde ich aufmerksam auf die „Jerusalema Dance Challenge“

 

 (Foto: pixabay)

Was das ist? Ich musste erstmal googlen, und da fand ich ganz viele Tanzvideos.

Seit mittlerweile einigen Monaten geht diese Challenge rund um die Welt und bewegt Menschen. Der Künstler DJ Master KG, ein südafrikanischen DJ und Musikproduzent, hat diesen Ohrwurm im Frühjahr geschrieben. Ein Beat, bei dem man sich bewegen muss, wenn man ihn hört. Der Text ist ein Gebet auf Zulu, in dem es um Hoffnung geht, Hoffnung auf das himmlische Jerusalem. Auch wenn man Zulu nicht versteht, die Musik und der Gesang der Sängerin Nomcebo Zikode, rühren einen an.

Angefangen hat das Ganze wohl mit einer Gruppe Angolaner, die sich beim Tanzen des Liedes „Jerusalema“ gefilmt hatte. Und da im Lockdown Bewegung oft zu kurz kam, wurde daraus eine Challenge und das Ganze ging viral auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Das Tolle an dem Tanz ist, dass man gut Abstand halten kann und dennoch gemeinsam tanzt. Und das kommt unserem menschlichen Bedürfnis nach Gemeinschaft doch sehr entgegen.

Und so scheint es so zu sein, dass die Menschen ihrer Hoffnung auf Besserung in den Zeiten der Pandemie durch diesen Tanz Ausdruck verleihen. Der Tanz macht sie gut gelaunt und beschwingt, der Tanz lässt sie spüren, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind und gemeinsam etwas tun können. Und wer weiß, vielleicht ist dieser Tanz auch Gebet, das die Hoffnung auf eine gute Zeit nach Corona ausdrücken möchte.

Mich hat diese „Jerusalema Dance Challenge“ jedenfalls sehr berührt, denn von dem Lied und den Menschen geht eine Kraft und ein Optimismus aus, die wir gerade jetzt sehr gut gebrauchen können. Und das Lied wird schnell zum Ohrwurm, bei dem man die Füße nicht mehr stillhalten möchte.

Kleiner Tip von mir: Schauen sie sich im Internet bei youtube unter dem Stichwort „Jerusalema challenge“ mal so einige Videos an: Ob Pflegepersonal, Mitarbeiter am Flughafen, Ordensleute, afrikanische Kinder, … da sind so viele tolle Menschen, die Optimismus verbreiten. Lassen sie sich auch anstecken!
In diesem Sinne: Bleiben sie bewegt und zuversichtlich!

 

© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

24.11.2020: #Zwischen den Zeiten!

Schaf

 

 

(Foto: www.pixabay)

 

Zwischen den Zeiten! Vom schon, aber noch nicht! und einem Schaf.

Geht es Ihnen auch so? Ich finde diese Woche zwischen Christkönig und dem 1. Advent hat so einen ganz eigenen Charakter. So lange wie ich denken kann, empfinde ich sie äußerlich wie auch innerlich als eine Art Zwischenzeit, also als eine Woche, die zwischen den Zeiten liegt.

Am Beginn das Christkönigsfest. Was für ein (Kirchenjahrs)Ausklang, der verkündet, dass Christus, der Herr über den gesamten Kosmos ist. Manchmal spüre ich die Kraft dieser unendlichen Zusage und dass wir Menschen alles, wirklich alle Hoffnung, alles Vertrauen in IHN, das Alpha und Omega setzen können. Dass in IHM und seinem Königreich, das Leben und nicht der Tod das letzte Wort hat. Manchmal spüre ich sie aber auch nicht.

Am Ende der Woche dann der erneute Beginn und das gleich in doppelter Hinsicht. Der Beginn des neuen Kirchenjahres, also somit Jahreswende, Kirchenneujahr und der Beginn der Adventszeit. Wir sagen euch an den lieben Advent…

Und dazwischen? Zwischen Novembergrau und Adventsgedanken? Wenn ich einen Gedanken benennen müsste, der in dieser Woche in mir schwingt, dann lautet der: schon, aber noch nicht!
Schon möchte ich die ersten Lichter aufstellen, aber ich mache es noch nicht, lasse der Dunkelheit noch ihren Raum.

Schon möchte ich den Adventskalender hervorholen und vielleicht sogar schon einen ersten Blick reinwerfen. Einen ersten Text lesen, aber ich tue es noch nicht. Lasse der Vorfreude ihren Raum.
Schon möchte ich die ersten Plätzchen backen, damit der vertraute Geruch das Haus durchströmt. Aber auch das tue ich noch nicht. Lasse die Tradition, wir backen erst ab dem 1. Advent bestehen.
Schon möchte ich… aber ich tue es noch nicht.

In diesem Jahr schwebt das `schon, aber noch nicht`, noch mehr als all die Jahre über, unter, hinter und vor mir. Und gibt mir irgendwie auch einen verlässlichen, ja vertrauten Rahmen. Denn der Blick in den Advent 2020 ist so ganz anders als all die Jahre.

Und brauchen wir Menschen nicht genau deshalb die Traditionen, Rituale, Feste des Kirchenjahres, damit wir Halt und Sicherheit erfahren in all dem Wandel, den Unsicherheiten und Veränderungen, in all dem `schon, aber noch nicht`, das zu unserem Leben gehört. Damit wir uns festmachen an und in diesem menschfreundlichen Gott, dessen Menschwerdung wir in ein paar Wochen feiern. Daran wird auch Corona nichts ändern. An der Form wie wir feiern - schon, an dem geheimnisvollen Geschehen der Menschwerdung Gottes - nicht!

Am vergangenen Sonntag hat mich das Christkönigsfestes und das Evangelium schon sehr berührt. Interessanter Weise bin ich aber an einer ganz anderen Stelle hängen geblieben und sie beschäftigt mich noch immer. Bei Ezechiel (34,11-12.15-17) haben wir gehört, dass Gott sich wie ein Hirte um seine Schafe sorgt und kümmert. Sie retten, weiden, sich ausruhen lassen will. Die Verlorenen sucht, die Vertriebenen zurückbringt, das Verletzte verbindet, das Kranke kräftigt. Nein, neu ist das Gottesbild vom Hirten nicht. Ob es noch zeitgemäß ist mag jede und jeder für sich selbst entscheiden…

Und schon haben meine Füße mich in den Keller getragen.
Eigentlich bleibt, seitdem die Kinder aus dem Haus sind, die Kiste mit den Krippenfiguren bis kurz vor Weihnachten im Regal. Noch ist ihre Zeit nicht gekommen. Und in dieser Woche zwischen den Zeiten schon mal gar nicht. Dieses Jahr ist es anders. Eben habe ich in ihr gekramt und ein einziges Schaf herausgeholt. Es steht jetzt neben mir, auf meinem Schreibtisch, in dieser Zwischenzeit und trägt eine Botschaft in sich, in die ich hoffentlich in den nächsten Wochen immer weiter vertrauensvoll hineinwachse.

In herzlicher Verbundenheit

MNeuhausIhre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin
Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de
oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

Schraube

 

 

 

 

 

(Foto: privat)

Zuhause bei mir im Keller suchte ich in der letzten Woche nach Gewindeschrauben, um so zwei Bretter miteinander zu verbinden. Mit dem Gewinde kann ich die Schraube in ein passendes Gegenstück, die Mutter, hineindrehen. Die offizielle Bezeichnung lautet: „Hohlschraube mit Innengewinde zur Aufnahme eines Schraubenbolzens“. Wie auch immer, wenn ich Schraube und Mutter ineinander drehe, dann entsteht dadurch eine sehr stabile Verbindung. Wenn ich die beiden Teile ineinander drehe, merke ich sofort; Das passt.
Manchmal kommt es aber auch vor, dass das Gewinde beschädigt ist. Dann habe ich vielleicht mit dem Hammer drauf geschlagen oder mit der Zange zu fest zugepackt. Dann lässt sich, obwohl die Größe passt, die Mutter nicht anschrauben. Mit Gewalt geht da auch nichts.

Es gibt Situationen, da merken wir sehr schnell: Es passt. Erster Tag an der neuen Arbeitsstelle. Wir werden freundlich aufgenommen und spüren: Es passt. - Wir betreten einen Raum und schon bei der Begrüßung merken wir: Es passt. - Ein neues Projekt mit einem neuen Team. Nach der ersten Besprechung ist das Gefühl da: Es passt. – Du lernst einen Menschen kennen und spürst die gleiche Wellenlänge: Es passt. Da gewinnt das Leben an Fahrt.
Und meine Verbindung zu Gott? Kann ich da auch sagen: Es passt.

Andererseits merken wir auch schnell, wenn es nicht (mehr) passt. Wir fühlen uns nicht wohl und merken, dass es hakt. Wir fühlen uns fehl am Platz.
Suchen sie sich heute eine kleine Schraube mit Mutter und stecken sie sie für eine Woche in ihre Hosen- oder Jackentasche. Zur Erinnerung. Achten sie in dieser Woche auf Situationen, in die geraten, ob sie passen. Freuen sie sich dran. Genießen sie die Situation, wenn die Teile zusammenpassen und das Gefühl
der Harmonie.

Und wenn es nicht passt, wenn es hakt: Liegt es an mir, dass es nicht passt? Kann ich etwas dafür tun, dass die Situation passend wird?
Mit meinem Gott in Verbindung, in Harmonie zu sein, kann nicht nur dem heutigen Tag das Gefühl geben: Es passt. Es tut gut. Auch da gewinnt das Leben an Fahrt.

Das sie oft das Gefühl haben: Es passt – das wünsche ich ihnen.

HFeldmann M

Ihr Gemeindereferent
Hubertus Feldmann

Telefon: 02924 9749151
E-Mail: hubert.feldmann@pr-soest.de

 

 

 

20.11.2020: #Mal aus der Rolle fallen...

Du hast dich schuldig gemacht. Einfach das Brot aus der Speisekammer mitgehen lassen. Es ist doch gedacht für die feinen Herrschaften, die adligen Gäste, die großen Jagdgesellschaften! Wie kannst du nur? Überhaupt, was gibst du dich mit dem niedrigen Volk ab? Du bist die Landesfürstin, die Gräfin, nicht die Sozialarbeiterin.

Wie kannst du nur?

Du bist hübsch, ein richtig attraktives Mädchen und adelig zudem. Das klingt nach Karriere. Der passende Mann ist bereits auserkoren. Aber anstatt dich ihm als liebevolle Frau zu widmen, bekehrst du ihn noch zu dieser neuen Religion. Wie kannst du nur? Nach seinem Tod machst du weiter, führst andere zu diesem Christus. Trotz Drohungen und Verbote hörst du einfach nicht auf, von ihm und seinem Wirken zu erzählen, seine Botschaft zu verkündigen…

Wie kannst du nur?

Haben Sie bereits eine Ahnung, welche Frauen ich Ihnen gerade vorgestellt habe? Richtig, Elisabeth von Thüringen, an die wir gestern gedacht haben, war die erste. Der Name der zweiten ist Cäcilia, an die wir am Sonntag denken.

Heute ist der 20. November. Wir stehen also genau „zwischen den beiden Frauen“. Haben sie uns etwas zu sagen, obwohl sie bereits im 13. bzw. 3. Jahrhundert verstorben sind? Gibt es etwas, das sie verbindet? Mir fällt ein gemeinsames Stichwort ein und das heißt Mut!

Ich stelle mir gerade einmal vor, Elisabeth und Cäcilia würden sich begegnen.

2020 11 10 Maedchen

Cäcilia: Meine blaublütige Herkunft? Meine Möglichkeiten, das war mir egal…

Elisabeth: Da ging es mir genauso. Was nutzte mir mein Geschmeide? Wenn ich aus dem Fenster der Wartburg geschaut habe, blickte ich doch Tag für Tag in hungernde, ausgemergelte Gesichter! (Foto: Pixabay.de)

Cäcilia: Schade, dass meine Zeitgenossen oft nicht erkannt haben, dass es auf andere Werte ankommt.

Elisabeth: Auch hier kann ich dir nur zustimmen. Brot aus den Speisekammern zu nehmen, das bescherte mir wenig „Fans bei Hof“.

Cäcilia: Doch eine Sache hat mich getragen, eine Unterstützung habe ich bekommen. Mein Mann Valerianus hat mein Handeln und meine Einstellung mitgetragen.

Elisabeth: Unsere dritte Gemeinsamkeit. Und ich habe schon gehört, auch du hast deine große Liebe verloren, wie ich meinen Ludwig.

Cäcilia: Aber die glückliche Ehe hat dich und mich stark gemacht, mich hat sie vor allem zur Gottesliebe geführt…

Elisabeth: … und mich zur Nächstenliebe!

Cäcilia: Schön, dass sich die Menschen heute noch an uns erinnern. Nach uns werden bis heute viele Mädchen und Frauen genannt.

Elisabeth: Jetzt verblüffst du mich aber. Bei mir ist das eine klare Sache: Neben Elisabeth denke ich an Lisa, Isabell, Lilly, Lia und Bettina. Aber bei dir???

Cäcilia: Stimmt. Cäcilia ist etwas selten geworden. Aber Silke und Silja – das sind meine modernen Kurzformen.

Zwei Frauen, die aus ihrer Rolle fielen, das war ihnen gemeinsam. Angedacht war für sie jeweils die Position der vornehmen Ehefrau. Hier sind beide „ausgebrochen“. Nicht aus Trotz, sondern aus Liebe zu Gott und dem Nächsten.

Wo kann ich aus meiner Rolle fallen? Diesen Impuls möchte ich Ihnen heute mit in den Tag hinein geben…

Bleiben Sie gesund!

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

19.11.2020: # Brot und Rosen

Brot und RosenEs gibt diese „Iconic Moments“, diese Ereignisse, die für eine Person bildgebend werden und für etwas in ihrem Leben stehen. Bei Willy Brandt zum Beispiel ist das der Kniefall am Denkmal des Warschauer Ghettos, in dem sich seine Ostpolitik ausdrückte. Bei Helmut Kohl finde ich einen solchen Moment in der Handreichung mit dem französischen Präsidenten François Mitterand über den Gräber von Verdun, in der die deutsch-französische Aussöhnung sichtbar wurde. Auch bei Heiligen haben wir diese „Iconic Moments“. Die Mantelteilung des heiligen Martin mit dem Bettler vor den Toren von Amiens zählt dazu, aber auch für die heutige Tagesheilige, die heilige Elisabeth von Thüringen finden wir dieses Bild, in dem ihr Lebensthema gebündelt wird: das sogenannte Rosenwunder, bei dem Elisabeth, als sie bei ihrer Hilfe für die Armen von ihrem Schwager ertappt wird, in ihrem Korb statt des vermuteten Brotes nur noch Rosen vorfindet.

Brot und Rosen sind seitdem die Attribute die Künstler der heiligen Elisabeth bei Darstellungen als Erkennungszeichen in die Hände gegeben haben. Es sind Zeichen, die den Kern ihrer gelebten Nächstenliebe ausdrücken. Brot steht für das Leibliche, die Nahrung gegen den physischen Hunger. Die Rosen versinnbildlichen das, was die Seele braucht, den Hunger nach Liebe, der gestillt werden. Beides hat Elisabeth als junge Landgräfin verkörpert: die materielle Hilfe für das Volk in Armut rund um die Wartburg, aber auch die menschliche Zuwendung. Ihr Herz war angerührt von der schlimmen Situation der Menschen. Später in Marburg wurden beide Seiten noch einmal sichtbar, als sie ein Hospital aufbaute und sich der Krankenpflege widmete: Heil für Leib und Seele der Menschen.

Für mich ist Elisabeth dadurch eine Frau, die mich erinnert, dass beides in der Nachfolge Jesu aus dem Geist der Liebe zusammengehört. Körperliche Not und der Hunger nach Liebe brauchen beides Hilfe, Zuwendung und das Zeugnis gelebter Nächstenliebe. Materielle Hilfe ohne Liebe lindert zwar Not, aber hilft nur bedingt zum Leben. Nur tröstenden Worte (auch wenn sie ehrlich gemeint sind), die körperliche Not ignorieren, helfen auch nur bedingt zum Leben. Brot und Rosen – beides braucht der Mensch, weil wir von Gott her Leib und Seele sind. Das zeigt die Krankenschwester, die nicht nur die Tabletten verteilt, sondern ehrlich den Patienten fragt, wie es ihm geht. Das zeigt der Schuldenberater bei der Caritas, der sowohl einen Finanzplan entwickelt, aber gleichzeitig dem Klienten zeigt, dass er trotz Schulden etwas wert ist. Das lebt die Eine-Welt-Gruppe, die Spenden für Projekte sammelt, aber sich auch für das alltägliche Leben in Afrika interessiert und in Kontakt mit den Menschen ist.

Brot und Rosen – Leib und Seele. Ein echtes Leitbild für gelebte Nächstenliebe liegt in diesem „Iconic Moment“ der heiligen Elisabeth. Doch manchmal sind wir selbst nicht die Helfenden, sondern die Bedürftigen. Dann ist es gut zu erkennen, wo mein wirklicher Hunger liegt, damit ich nach der richtigen Nahrungsquelle Ausschau halte und entdecke, wo Gott sich durch den Nächsten zuwendet.

Roettger2Es grüßt Sie herzlich Ihr Propst Dietmar Röttger
zu erreichen über dietmar.roettger@pr-soest.de

 

18.11.2020: # Das tue ich für mein Leben gern

Licht 

 

Das tue ich für mein Leben gern!

 

 

(Foto: www.pixabay)

Wie geläufig ist diese Redewendung noch? Ich denke, dass noch viele wissen was damit gemeint ist. Das tue ich für mein Leben gern heißt, das tue ich am liebsten, das tue ich bereitwillig, mit Freude, mit Lust und Liebe, mit Vergnügen, von Herzen. „Für mein Leben gern“, steht für Lebendfreude, dafür, dass es gelingt, den Mut zu finden sich selber treu zu bleiben, sich Freude zu gönnen und dafür einzustehen, was im Leben wichtig ist.


Diese Lebensfreude sehen wir auch bei Jesus, bis dahin, dass mache seiner Zeitgenossen und seine Gegner ihm den Vorwurf machten: „Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und ihr sagt: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!“ (Lk 7,34) Wir können diese Aussage als der Hinweis darauf lesen, dass sich Glaube und Lebensfreude nicht ausschließen. Jesus hat für sein Leben gern gelebt und überall, wo dem Leben etwas entgegen stand, hat er helfend z.B. durch seine Heilungswunder den Blick auf das Leben geöffnet und mahnend z.B. durch die Bergpredigt, den Blick für das Leben geschärft, für das Leben und wahre Lebensfreude.


Wir sind eingeladen dieser Spur zu folgen. Auch und gerade in diesen Zeiten kann das heißen:


♦♦♦ Entdecken, was ich für mein Leben gern tue und auch tun.
♦♦♦ Entdecken, wo andere Menschen Freude erleben und sich mit ihnen freuen.
♦♦♦ Entdecken, wo bei anderen der Freude etwas entgegensteht und behutsam fragen, was ihnen helfen könnte oder auch mal mit einer unerwarteten Reaktion das Eis brechen.
♦♦♦ Entdecken, wo in meinem Leben der Freude etwas entgegensteht und wo ich ein offenes Ohr, Beratung und Hilfe brauche und mutig um Hilfe bitten: den Freund, die Angehörige, eine Seelsorgerin oder einen Seelsorger.

Die Erfahrung, dass Sie von Gott getragen sind, dass der Glaube und die Gemeinschaft der Kirche trägen

Pater Cornelius

 

 

 

wünscht Ihnen Ihr
Gemeindereferent Detlev Gethmann

 

 

17.11.2020: # Gott schenkt dir sein Herz

- Gedenktag der Hl. Gertrud von Helfta -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: P. Cornelius Wanner OSB  

 

Gott schenkt dir sein Herz

Schon viele Jahre liegt diese Plakette aus dem Kloster Helfta auf der Fensterbank in meinem Zimmer im Kloster und sie erinnert mich jeden Tag daran, dass egal, was der Tag auch mit sich bringen mag, Gott bei mir ist, denn er schenkt mir sein Herz.

Als ich vor einigen Jahren im Kloster Helfta in der dortigen St. Gertrud Kapelle war, hat mich ein Glasfenster sofort in seinen Bann gezogen. Die hellen und warmen Farben, die in diesem Fenster leuchteten, und die tiefe, innige Beziehung, die dieses Fenster vermittelte. In diesem Fenster stehen sich die Hl. Gertrud und Jesus gegenüber. Sie schauen sich an, schauen sich tief in die Augen und man erkennt die innige Verbundenheit der beiden, sodass nur mehr ein Herz sichtbar ist.

Die Hl. Gertrud schreibt in ihren Aufzeichnungen selbst:

„Als ich am Abend zum Gebet niederkniete,

dachte ich plötzlich an die Worte des Evangeliums:

Wer mich liebt, der hält sich an mein Wort;

mein Vater wird ihn lieben,

und wir werden zu ihm kommen

und bei ihm Wohnung nehmen (Joh 14,23).

Da fühlte mein Herz, dass du angekommen

und in mir gegenwärtig warst.“

(Gertrud von Helfta)

Gertrud fühlte in ihrem Herzen diese Liebe Gottes auf überwältigende Weise und diese Erfahrung ließ in ihr die Gedanken reifen, dass Gott so sehr Liebe ist, dass er in überströmender Liebe alles erschaffen hat und er sich immer wieder dem Menschen zuwendet und ihm sein Herz schenkt.

Gertrud war wichtig zu sagen, dass Gott auf uns Menschen zugeht und er sich danach sehnt, dass wir Menschen seine Liebe erwidern.

Fragen wir uns heute:

- Wie viel Platz räume ich Gott in meinem Leben ein?

- Welche Zeiten und Augenblicke waren in meinem Leben geprägt von der Gegenwart Gottes?

- Kann ich auch sagen: Da fühlte mein Herz, dass du angekommen und in mir gegenwärtig warst?“

 

Ich wünsche uns heute einen guten Tag

und die Erfahrung, dass Gott uns sein Herz schenkt

 

 

Ihr P. Cornelius OSB

Zu erreichen unter Telefon: 02924 / 9749 152

 

 

16.11.2020: # "lame duck"-Gefühle


 

 

In den letzten Tagen hörte ich immer wieder, dass der scheidende amerikanische Präsident im Moment eine „lame duck“, eine lahme Ente, sei. Er könne im Prinzip nicht mehr regieren, weil er kaum noch etwas regeln dürfe, obwohl er noch Präsident bis zur Machtübernahme des neuen Präsidenten ist.

„Da geht es mir ja ganz ähnlich“, dachte ich. Alles, was ich als Seelsorger normalerweise tun kann, kann entweder gar nicht mehr sein, oder nur per Telefon, oder sonstwie digital. Keine echte Treffen mit Gruppen, mit Leitern von Aktionen oder Gruppen, mit Jugendlichen, mit…

Ich gestehe, das geht mir auf die Nerven und schlägt mir auf´s Gefühl. Lame-duck, lahme Ente, ja so fühle ich mich und vielleicht geht es Ihnen ähnlich.

Nur bin ich so, dass ich dabei nicht stehenbleiben will und mich in Selbstmitleid ergehe. Das liegt mir nicht und das will ich nicht. Deshalb plane und mache ich weiter: Telefonate, Briefe, Postkarten, mails und whattsapp um Kontakt zu halten; - Kirche mit Feuer, Adventsandachten auf den Dörfern, Weihnachtsmesse in einer riesigen Halle, und anderes mehr. Natürlich machen wir Seelsorger das. Wir sind ja für die Menschen da.

Aber das Gefühl will nicht verschwinden…

Und während ich darüber nachdenke, fällt mir ein, dass es Jesus und seinen Freunden in seinen letzten Wochen und vor allem mit seiner Gefangennahme und seinem Tod, vielleicht ähnlich ging: es ging nichts mehr. Nirgendwo war Hoffnung zu sehen. Petrus geht wieder fischen, 2 andere Freunde zurück in ihr Heimatdorf nach Emmaus. Schön war´s, - aber jetzt ist es vorbei.

Ich finde das tröstlich: wir glauben nicht an einen „Strahlemann-Gott“, der durch irgendeinen Zauber alle Probleme und alles Leid weg wischt. Nein, wir glauben an einen, der unser (manchmal blödes) Schicksal selbst mitgemacht hat. Er kennt es.

Und ich hoffe und will glauben: auch mich, mit meinem „lame-duck“-Gefühl.

Nachher, viel später erst, haben die Freunde Jesus so erlebt, dass ihnen „Hören und Sehen verging“. Na ja, so was Dolles erwarte ich nicht. Aber ein Licht am Ende des Tunnels oder im Tunnel, das wäre schon was. So wie der Anruf von Anke, der mich erreicht, während ich diesen Text schreibe.

Danke, Anke! Das war ein Licht im Tunnel.

 

Liebe Grüße und Danke,

Andreas Krüger, Gem.ref. im PR-Soest

Im Tabrock 9, 59494 Soest

02921 3690388

 

13.11.2020: # Fürchte dich nicht!

2020 11 10-Novembertag 


Liebe Schwestern und Brüder,
da, wo wir nicht mehr weiter-wissen, da hält Gott eine Zusage für uns bereit: „Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir. Ich bin dir immer einen erhellenden Schritt voraus!“

 

(Bildquelle: "Novemberstimmung" privat)

 

NOVEMBER – ein Monat, der es in sich hat. Seit Kindertagen sind mit dem November Dunkelheit, Regen, das Gedenken an die Toten, die Opfer von Kriegen und an die Novemberprogrome verbunden. Wir stehen mitten in der Herbstzeit, im Abschiednehmen, nicht nur von warmen Tagen. Trauer wird in der frühen Dunkelheit noch stärker empfunden – trotz mancher Spuren von Wachstum unter dem herabfallenden Laub.

In der Pandemie, die uns gefangen hält, werden die Klagen derer lauter, die sich einsam fühlen. Alle sind angehalten, zu lernen, mit sich verändernden Situationen umzugehen – ob jung, ob alt. Können wir neu lernen, Umgänge zu finden? Es fällt uns nicht leicht. Seit dem Ende des II. Weltkrieges sind mehr als 3 Generationen vergangen, in denen wir in unserem Land kein Unheil erleben mussten und in Frieden leben durften. Vielleicht haben wir ein Stück verlernt, was es heißt, selbst von besonderen Situationen betroffen zu sein.

Viele Menschen auf dieser Welt – in anderen Regionen – haben immer schon mit Extremen leben müssen. Das war für uns, auch wenn wir sicher viel geholfen haben, dennoch immer weit weg. Jetzt ist es hier – hier bei uns – und wir können nicht weglaufen.

Aber: Wir dürfen vielleicht neu SEHEN LERNEN – sehen, was der andere gerade braucht – sehen, was wir selbst wirklich brauchen – das Wichtige vom Unwichtigen trennen – und vielleicht auch manchen Ballast abwerfen? Und uns vielleicht auch ganz neu fragen:

Was ist das Glück und was ist die Not des anderen?
Was ist mein Glück? Und was ist meine Not?
Woher kommt das Wort des Trostes
– für den anderen? – für mich?

 

Leonardo da Vinci hat einmal gesagt: „Wer heute nur tut, was er gestern bereits getan hat, der bleibt auch morgen, was er jetzt ist!“
Wollen wir einfach bleiben, was wir jetzt sind?

Oder, könnten wir uns einen Perspektivwechsel vorstellen, in die Richtung, die Blaise Pascal vorschlägt – gerade in dieser Zeit, gerade in unserem Umgang auch mit der Pandemie:
„Es ist nicht auszudenken, was GOTT aus den Bruchstücken unseres Lebens machen könnte, wenn wir sie IHM gänzlich überlassen würden?“

Ja, wenn wir IHM auch und gerade unsere eigenen Schwächen, an denen wir nicht selten schwer zu tragen haben, hinhalten würden, damit ER sie zum Leuchten bringen könnte? Noch in diesem Monat wird der Advent 2020 beginnen. Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Die Zeit, in der uns von Woche zu Woche ein göttliches Licht mehr leuchtet, damit wir den Weg zur Krippe finden. Und über dem Advent – und das in diesem Jahr bestimmt nicht weniger -, steht das Prophetenwort aus Jesaja:
„Denkt nicht mehr an das, was früher war; seht, ich mache etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein – merkt ihr es nicht? Ich lege einen Weg an durch die Steppe und Straßen durch die Wüste!“ (Jes. 43,18-19)

Gott jedenfalls ist sich nicht zu schade, auch in unsere Wüste hinabzusteigen, um SEIN NEUES unter uns einzupflanzen. „Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir! Ich bin dir immer einen erhellenden Schritt voraus!“

Der November, er lädt uns ein, liebe Schwestern und Brüder, mit seinen Eigenheiten, Spuren neuen Lebens zu entdecken!
Ja, denn auch der November lädt uns zum VERTRAUEN ein – und auch zum Gebet, für uns und für andere:

„Lebendiger Gott,
du lässt Menschen, die leiden nicht allein.
Schreibe mir ins Herz, dass du bei mir bist.
Öffne mir die Augen für dein Mitgehen.
Wecke in mir die lebendige Hoffnung,
dass deine Liebe siegt.“
(aus dem Jugendkreuzweg 2008)


In herzlicher Verbundenheit und weiterhin mit dem Wunsch, bleiben Sie behütet (!) grüßt herzlich

UvanRaay
Ihr
Pfr. Uwe van Raay uwe.vanraay@pr-soest.de

 

 

12.11.2020: # Leben - Kann Spuren von Gott enthalten

„Nichts ist beständiger als der Wandel.“ Kluge Worte, aber bisweilen doch sehr anstrengend und Kräfte zehrend. Wandel, das ist die große Überschrift, die seit einigen Monaten über allem steht. Wandel, weil es so, wie bisher, nicht geht. Wir werden zu Erfindern, müssen vieles in unserem Zusammenleben neu denken, weil das Bewährte so nicht mehr möglich ist. Und das ist oftmals mit großen Anstrengungen und manchmal auch mit Frust verbunden, wenn etwas geplant wurde und wieder verworfen werden muss. Ach, wie schön wäre da eine Konstante in all den Wandlungen und Veränderungen dieser besonderen Zeit… Eine Konstante, wer oder was kann das sein?

Wenn es äußerlich nicht möglich ist, Stabilität zu erreichen, dann sollten wir im Innern schauen. Was gibt mir innerlich Stabilität und Halt? Auf welche Einstellungen und Leitsätze kann ich mich innerlich verlassen? Ist mein christlicher Glaube so etwas, wie ein „Fels in der Brandung“? Kann ich einem Gott vertrauen, der gesagt hat: Ich bin da? Wo spüre ich etwas von dieser Zusage? Wo erlebe ich etwas von diesem dem Menschen zugewandten Gott? Im heutigen Evangelium hören wir: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es! oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.“ (Lk 17, 20b-21)

Schauen wir also mit offenen Augen in unsere Welt, in unsere Umgebung, in unseren Alltag und entdecken vielleicht: Kann Spuren von Gott enthalten! Dies bitte nicht als Warnhinweis verstehen, sondern als Verheißung. Kann Spuren von Gott enthalten; nämlich dann, wenn ich Menschen begegne, wenn ich tiefgreifende Erfahrungen mache, wenn ich kleine, himmlisch schöne Momente erlebe…

Machen sie sich auf die Suche, sammeln sie die Spurenelemente von Gott in ihrem Alltag ein, sie können sehr nahrhaft sein, vitaminreich, vital, sprich lebenswichtig sein und unser Leben stärken in diesen unsicheren Zeiten.

Gerade in der dunkleren Jahreszeit brauchen wir nicht nur Vitamin D, sondern auch Vitamin G, damit wir unser Inneres stärken können.

Viel Freude beim Einsammeln der Nährstoffe und bleiben Sie dabei gesund und zuversichtlich!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

11.11.2020: # St. Martin mal anders - wir teilen das Licht!

 

 

 

 

 

 

 

 

Image: Superbass / CC-by-sa 4.0 / Quelle: Wikimedia Commons In: Pfarrbriefservice.de

Es ist Mittwochmorgen Anfang September. Um 8:00h treffen sich die kath. Kitaleitungen mit mir zu einem kreativen Austausch. Es duftet nach frischem Kaffee, die Sonne lacht, die Stimmung ist sehr lebendig und inspirierend. Es scheint fast so, als wäre die hl. ruach (der Hl. Geist) selbst mit im Raum.

Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sich vielfältige Idee. Wie unter den Corona Bedingungen die religionspädagogische Arbeit, das Feiern der Feste im kirchlichen Jahreskreis gelingen kann. Der Blick geht hin zu St. Martin. Schon zu dem Zeitpunkt ist klar, dass es die vertrauten Martinsumzüge und Feiern nicht geben wird. Aber wie kann es dann gehen? Martin steht doch für Teilen, für Zuwendung, für Gemeinschaft und scheint nicht durch Martin und gerade in seinem Handeln das `Licht Gottes´ auf?

Der Kaffee duftet weiter, die Inspiration steigt. St. Martin steht fürs Teilen: den Mantel, die Brezel. Und was ist, wenn wir es in diesem Jahr mit dem Licht mal genauso machen? Wir teilen das Licht! Falls das bei dem Sonnenlicht möglich ist, scheint der Raum bei dieser Idee noch mehr zu leuchten.

In kurzer Zeit sind erste konkrete Ideen im Raum, die durch einen Werkstattnachmittag mit Erzieherinnen unserer acht kath. Kitas im PR Soest weiterentwickelt wurden. Die Leitidee – wir teilen das Licht begann bereits da zu leuchten.

Durch den Novemberlockdown musste die ein oder andere Aktion nochmals angepasst werden. Zugleich erscheint aber genau vor dem Hintergrund das eigentliche Tun, die Idee des Lichtteilens noch wesentlicher zu werden und zu sein. Und so werden seit Montag, natürlich besonders heute am 11.11. und die ganze Woche hindurch Lichter an unterschiedlichste Orte oder zu einzelnen Menschen gebracht, damit sie dort leuchten. St. Martin halt mal anders – wir teilen das Licht. Neben den unterschiedlichen Kitaaktionen haben die meisten Kitakinder in diesem Jahr gleich zwei Laternen gebastelt! Eine damit sie Zuhause und in der eigenen Familie leuchtet und eine zum weiterschenken. Erst im Nachhinein haben wir entdeckt, dass die Sternsinger des Kindermissionswerks in diesem Jahr zum `Teile dein Licht`- St. Martin in Corona Zeiten aufrufen. Was für eine Freude mit einer solchen Aktion über Städte und Landesgrenzen hinaus miteinander verbunden zu sein. Der Soester Anzeiger hat bereits von unserer Aktion berichtet. Auch das Erzbistum hat mit der Aktion `ein Lichtermeer zur Martins Ehr` zu einer St. Martins Aktionswoche aufgerufen, und lädt u.a. ein bis zum 12.11. Laternen ins Fenster zu stellen und so leuchten zu lassen.

Und während beim Schreiben dieser Zeilen mein Blick für einen kleinen Moment nach draußen in die Herbstsonne geht, kommt mir noch ein weiterer Gedanke in den Sinn.

Wir Christinnen und Christen folgen dem, der von sich sagt: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12). Bei der Taufe wird uns genau dieses zugesagt: Empfange das Licht Christi, damit es in deinem Leben leuchte und du als Kind des Lichts lebst. Und bei Matthäus (5,14-16) lesen wir, wie Jesus uns auffordert, das Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern auf den Leuchter, damit es allen leuchtet, die im Hause sind.

In diesen Zusammenhang gestellt, so spüre ich, bekommt die Martinsaktion des Lichtteilens der Kitas nochmals eine andere Tiefe, eine andere Leuchtkraft und stellt eine Verbundenheit her. Ja, dieser will ich mich trotz oder vielleicht gerade in diesem so ganz anderen November anvertrauen. Dem Novembergrau und der Dunkelheit das Licht einer leuchtenden Laterne entgegenhalten. Dieses kleine, bunte Licht, das genau diese Botschaft in sich trägt.

Vielleicht ist Ihnen ja beim Lesen dieser Zeilen ein wenig leuchtender ums Herz geworden und Sie haben Freude bekommen mitzumachen und heute mit dem Nachbarn, den eigenen Kindern, dem Bäcker oder wer auch immer Ihnen gerade in den Sinn kommt - ein Licht zu teilen. Das ist auch noch über den 11.11. hinaus möglich, da bin ich mir sicher.

In herzlicher, lichtvoller Verbundenheit

Ihre Martina Neuhaus, Gemeindereferentin

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

10.11.2020: # Der Herbst -

Feste von Dank, Verbundenheit und Rückschau

Auch die letzten etwas wärmeren und sonnigen Tage in der vergangenen Woche können es nicht verdecken: Wir sind längst mitten drin im Herbst.

Für mich ist es immer eine „Übergangszeit“, eine Zeit des Überganges in eine andere Zeit in uns, in die Zeit der Ruhe, die Brachzeit, in andere Räume in uns. Der Herbst steht auch für Ja-sagen zu dem, der ich bin – in der Bereitschaft, nach dem Sommer des Lichtes nun in Herbst und später dem Winter auch meiner Schattenseite zu begegnen.

Sehr erwachsene Fähigkeiten in uns werden angesprochen: Bilanz ziehen, Ernte beurteilen, Rückschau halten, unser Verbundensein mit der Erde spüren, mit unserm Sterben, Vergänglichkeit und Tod und unserer ursprünglichen Würde. Das sind die Themen dieser Zeit.

Thema der Feste im Herbst ist also die Rückschau: Auf das in diesem Jahr oder überhaupt im Leben Erlebte, Erreichte, die „Ernte“ auch im übertragenen Sinn, auf den Ertrag der Berufs- und Familienarbeit, der Leistungen in der Gesellschaft oder für einen selbst.

Wir halten auch Rückschau in die Vergangenheit zu denen, die vor uns gegangen sind, auf unsere Toten, bei Gedenktagen wie Allerseelen oder dem Totensonntag.

Rückschau gönne ich mir auch auf meinen Weg, den ich gekommen bin, und die Frage der Neuorientierung, wie es weitergehen soll ( Buß- und Bettag) und auf die Vorbilder, die vor uns gelebt haben (Allerheiligen).

Der ganze Herbst bis zum Beginn der Adventszeit ist also von dieser Rückschau geprägt und beschäftigt sich mit unsern Verbundenheiten in all den angedeuteten Dimensionen.

Und ich brauche diese Tage im November, an denen es manchmal so gar nicht richtig hell werden mag, an denen bei Schmuddelwetter der Blick aus dem Fenster schon leicht melancholisch werden lässt. Aber es ist auch die Zeit, in der die Vorfreude auf die Tage des Advents in mir zu wachsen beginnt, in der die Sehnsucht nach Licht und Wärme in mir neu lebendig wird. Es ist so eine Art >Pufferzeit< zwischen den letzten Herbsttagen und der Kaffeestunde am Adventskranz mit der ersten brennenden Kerze.

So sehr ich den Sommer mag;  es ist gut, das es in diesem oben beschriebenen Sinne diese Zeit des Herbstes gibt. Ich hoffe, sie tut auch ihnen gut.

Ihr Gemeindereferent

Hubertus Feldmann

zu erreichen über hubertus.feldmann@pr-soest.de

 

09.11.2020: # Jeder Tag in Licht und Schatten

Der 9. November ist in unserem Land emotional sehr unterschiedlich besetzt. Seit 1938 ist er verbunden mit den Bildern brennender Synagogen und besonders dunklen Stunden in unserer Geschichte. Der durch die Nationalsozialisten angeordnete Terror gegen die jüdischen Gemeinden in dieser Nacht führt uns bis heute in Gedenkfeiern und -gottesdiensten immer noch vor Augen wie zerstörerisch Hass und politischer Fanatismus sind. Seit 1989 ist dieser Tag aber auch ein Gedenken der Freude und des Sieges von Freiheit und friedlicher Revolution. Die Bilder der Menschen, die in Berlin auf der Mauer Fahnen schwenken und Freudentränen vergießen sind gleichermaßen in unserem geschichtlichen Gedächtnis und verbreiten immer noch ihr Licht.

Heute ist also ein Tag mit Erinnerung von dunkelsten Schattenseiten und Lichtmomenten in der deutschen Geschichte gleichermaßen. Aber ist es nicht das, was wir tagtäglich erleben? Die Gleichzeitigkeit von Licht und Schatten im Leben? In der medialen Wahrnehmung der Welt gibt es einen eindeutigen Hang zu den Schattenseiten. Die Fülle an Nachrichten über Terroranschläge, Corona-Tote, Erdbeben und andere Katastrophen lässt den Lichtmomenten oft kaum eine Chance. Diese Ereignisse, wo es Ärzten gelungen ist, Leben zu retten, wo wirtschaftliche Hilfe auch ankommt und Mut macht, wo Kinder und Jugendliche in Schulen und Kitas versucht wird inmitten der Pandemie ein Stück Normalität zu leben. Ja, beides ist da, an jedem Tag, nicht nur in den Medien, sondern auch im persönlichen Leben.

Ich selbst spüre oft dieses Wechselbad der Gefühle dabei. Als wir Anfang letzter Woche Corona-bedingt unsere Pfarrheime wieder schließen mussten, was mir sehr schwergefallen ist, bekam ich gleichzeitig die Nachricht von meiner Cousine, dass sie ihr drittes Kind bekommen hatte. Hier Schatten – dort Licht. Diese alltäglichen Beispiele kann sicher jeder für sich persönlich weiterführen. Nicht immer bekomme ich diese Gegensätze zusammen.

Wie hilft mir dabei der Glaube? Ich darf glauben, dass von Gott all diese widersprüchlichen Empfindungen und Geschehnisse umfangen sind. Damals im Studium habe ich in der Philosophie des Nikolaus von Cues von Gott als der „Coincidentia Oppositorum“ gehört – dem Zusammenfall aller Gegensätze. Was in der Welt auseinanderfällt, das ist in Gott eins, selbst wenn unser Verstand das nicht begreifen kann. Dieser Gedanke hat mich schon immer fasziniert und mir auch gezeigt, dass ich als Mensch die Grenzen meines Verstehens immer wieder annehmen muss. Gleichzeitig darf ich darauf vertrauen, dass in Gott ein tiefer Zusammenhang und Sinn gegeben ist.

Trostreich ist auch die Erkenntnis in Psalm 139: für dich, Gott, ist auch das Dunkel nicht finster; die Nacht scheint so hell wie der Tag und die Finsternis so strahlend wie das Licht. So wünsche ich mir das es jeden Tag gelingt, die Schatten nicht zu verdrängen, mich aber nicht von ihnen bestimmen zu lassen, das Licht zu sehen, das in meinem Leben aufscheint und mich daran zu nähren und dabei alles Ungelöste Gott zu überlassen.

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Propst Dietmar Röttger

zu erreichen über dietmar.roettger@pr-soest.de

 

 

04.11.2020: # Auf diese Steine können Sie bauen 

Ich hoffe, liebe Leserin, lieber Leser, Sie erwarten jetzt keinen Bausparvertrag von mir, wenn Sie nach dieser Überschrift neugierig geworden sind… 😊 Richtig, es war ein Werbeslogan, der durch Wortwahl und Melodie im Kopf hängen geblieben ist. Ich fand es vor einigen Jahren recht pfiffig, als ich diese Überschrift in der Lokalzeitung las. Auch hier ging es nicht um Firmenwerbung, sondern der Redakteur hatte mit dieser Parole unsere damalige Erstkommunionfeier überschrieben.

Wir sind lebendige Bausteine der Gemeinde! – Das war im Vorfeld als Motto der Kommunionvorbereitung ausgewählt worden. Mir als Gemeindereferentin war es ein Anliegen, dass dieses Bild auch mit „Fleisch gefüllt“ wird. So galt es, im Laufe des Vorbereitungsweges immer mal wieder Ansätze zu finden, um das Thema ins Bewusstsein der Mädchen und Jungen zu rücken.

Und dann kam der November… Schule – Kirche – Friedhof, alles im Dorf fußläufig nebeneinander gelegen. Und so wollte ich auch mit den Kindern einmal das (natürlich nicht ganz einfache) Thema „Tod“ ansprechen. Mit Blick auf den Stein-Gedanken kam mir dann eine Idee: Ist es nicht im Judentum ein Brauch, auf die Gräber der Verwandten, Angehörigen und Gönner einen Stein zu legen? Ich erinnerte mich daran, wie mir meine Eltern früher erzählt haben, dass in meiner Heimatstadt Warstein mal eifrige Firmlinge als Sozialprojekt unseren jüdischen Friedhof säubern wollten und sie dabei – natürlich unwissentlich – die Steine wegwarfen… Diese Überlegungen gingen mir also durch den Kopf und ich dachte, bevor ich etwas falsch mache, frage ich einfach beim Zentralrat der Juden nach. Interessanterweise konnte man mir hier keine eindeutige Antwort nach der Bewandtnis der Steine geben. Verschiedene Deutungen stehen im Raum: In der Wüstenzeit sollten sie verhindern, dass Tiere sich an den Toten zu schaffen machen; sie können jedoch auch als Sinnbild für die Ewigkeit der Seele interpretiert werden. Eine Erklärung hat mich persönlich besonders berührt: Wenn ich als Nachkomme an dem Grab meiner Vorfahren einen Stein ablege, zeige ich damit, dass ich, das, was er oder sie Gutes im Leben getan – oder direkt gesagt: aufgebaut – hat, fortsetzen möchte. Ich baue weiter an den fruchtbaren Ideen und guten Taten meiner Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunde. Was für ein tolles Bild!

Mit dieser Erkenntnis ging ich dann zu meiner Kommuniongruppe. Wir tauschten uns zunächst im Pfarrheim über Tod und Auferstehung aus. Danach führte uns der Weg zum nahegelegenen Friedhof, jedes Kind hatte einen Stein in der Hand. Weil es ein kleineres Dorf war, durften die Kokis, deren Familiengrab sich hier befand, uns allen die Gruft zeigen. Bei manchen entdeckte ich einen richtigen kleinen Stolz in den Gesichtszügen, dass sie uns führen durften. Sie legten dann ihren Stein bei der Oma, dem Opa oder einem anderen Verwandten ab.

Der Nachmittag ist mir persönlich ans Herz gegangen und ich habe die Kinder eingeladen, wenn sie zu Hause Zeit finden, mal für ihren Angehörigen ein persönliches Gebet aufzuschreiben – vielleicht auch gemeinsam mit den Eltern und Geschwistern. 

 

 

(Bild: pixabay)

Berührt Sie diese Vorstellung auch? Ich baue weiter an dem, das meine Ahnen mir hinterlassen haben. Was habe ich von ihnen in Erinnerung? Welche schönen Erlebnisse verbinde ich mit ihnen? Was haben sie mir selbst für mein Leben mitgegeben? Kann ich selbst davon etwas meinen Kindern oder anderen weitergeben? Mir geht es jetzt nicht um Menschen mit berühmten Vorfahren (Menschen, die einen großen Namen tragen), sondern eher um das Schlichte. Herzliche Gesten, die Sie übernommen haben, wertvolle Traditionen, die Sie weiterpflegen…                         

Auf welche Steine können Sie bauen?

Ihre Felicitas Hecker                               

Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

Gerne nutze ich auch nochmals die Gelegenheit allen, die sich für das Thema „Tod und Leben“ interessieren, unsere Broschüre „Novemberprojekt“ zu empfehlen. Sie liegt in den Kirchen zur Mitnahme aus.   

 

28.10.2020: # RISIKO - und doch: sie fliegen wieder!  

In dieser herbstlichen Zeit, da es zu wintern beginnt, wird die Welt stiller – alles um uns herum wird farblos und blass…Da ist es an der Zeit, die Melancholie dieser Zeit zu über-winden, sich selber leise und treu zu sagen, was der Glaube uns sagt -da ist eine

 

 

 

 

 

 

(Bildquelle: pixabay)

Zeit, das Wort des Glaubens gläubig zu sprechen: Ich glaube an die Ewigkeit Gottes, die in unsere Zeit – in meine Zeit hineingekommen ist. Unter dem ermüdenden Auf und Ab der Zeit wächst schon heimlich das Leben, das keinen Tod mehr kennt…“ (Karl Rahner).

Mit Gott leben, im Glauben leben – ja überhaupt zu leben, hat immer auch mit Risiko und Unwegbarkeit zu tun. Leben ist Risiko. Glauben ist Risiko.  Doch schon Hermann Hesse hat ermutigend geschrieben: „Riskiere Dich!“ Diese Aufforderung könnte auch von den Kranichen kommen. Diese Vögel, die in Asien ein Symbol für Frieden, Heilung, Neubeginn, Wandel und neues Leben bedeuten. Man faltet sie aus Papier und legt sie auf die Altäre – weil jedes Falten eines Kranichs, ähnlich wie in der orthodoxen Tradition der Ikonenmalerei, mit einem Gebet verbunden  –  und somit ein spiritueller Akt ist.

Und wer in Asien Menschen in Gefahr weiß, faltet noch heute einen Kranich für sie. Das besondere an einem Kranichzug ist dabei: KEINER FLIEGT ALLEIN! Immer wird abgestimmt einer zum Zugvogel, der für eine gewisse Zeit sich an die Spitze setzt, der die Kraft hat, und auch den Mut zu führen. Doch immer ist auch die Frage im Zug: Wer löst ihn ab? Die Vögel verlassen sich aufeinander – sie kennen ihr Ziel, weil es wie ein ewiges Gesetz in ihnen ist. Jeder fliegt dabei mit und in der Kraft des anderen und lässt sich tragen und führen. KEINERE FLIEGT ALLEIN!

Kranichzüge sind nicht nur schön anzusehen – oft hören wir sie ja schon lange, bevor wir sie mit den Augen überhaupt wahrnehmen können. Und dann sind sie da, in ihrer V-Formation, wie eine Pfeilspitze am Himmel – Kraniche auf ihrem Rückflug in die Brutgebiete.

Und wenn man die Möglichkeit hat, ihnen etwas länger beim Flug zuzusehen, dann erkennt man die Ablösung an der Spitze. Nicht einer allein – alle bilden eine Gemeinschaft und aus der Gemeinschaft heraus übernehmen immer wieder andere Vögel die Verantwortung der Führung. Die trompetenartigen Rufe als Warnung, als Kontaktsuche, als Freudenschreie – sie lassen die bewundernden Menschen auf die Straße laufen und den Himmel absuchen. Glücksvögel nennt man sie auch – schon 800 vor Christus sind erste Aufzeichnungen bekannt – Symbol für Frieden, Wachsamkeit und Klugheit. Sie haben einen Nachtkompass, dem sie auch in der Dunkelheit folgen und verfehlen ihre Route nicht. Den anstrengendsten Teil hat immer der Kranich, der die „Spitze“ bildet – auf bestimmte Rufe hin, die anzeigen, dass er müde wird, wird er aus der Gruppe von einem anderen abgelöst. Sollte ein Fluggefährte kraftlos zu Boden gehen müssen, weil er verletzt oder altersschwach ist, gehen immer zwei oder drei mit ihm hinunter – und sie bleiben so lange bei ihm, bis er wieder zu Kräften gekommen - oder verstorben ist. Erst dann fliegen sie mit einem anderen Schwarm weiter.

Welch ein wunderbares Bild auch für uns Christen – auch für uns, als Gemeinden. Wie schön wäre es, wir würden unser Christenleben vor Ort innerlich wie einen Kranichflug begreifen und in die Tat umsetzen.

Wir könnten darum beten – in der Einstellung des Dichters: Riskiere dich mit Deinen Talenten für das Reich Gottes!, bleib nicht in  deinen bequemen Gewohnheiten stecken – vor allem, gib auch  deine Schwächen in die Hand dessen, der dich verwandeln kann – ER, der ICH BIN DA! :

„Herr, lass uns hier und in unserem Alltag immer wieder Deine Nähe spüren. Schenke uns Deine Kraft – und wenn wir draußen zu den Menschen gehen, lass uns erkennen, was sie brauchen. Komme all unserem Tun zuvor und segne es – aber auch unserem Lassen und Ausruhen. Und führe Du zum guten Ende, was wir nicht beenden können. Begleite uns mit Deinem Segen – Du, der Gott, der sich bis auf das Äußerste für uns riskiert hat, riskiert bis zum Kreuz. Du, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen“

In herzlicher Verbundenheit und weiterhin mit dem Wunsch, bleiben Sie behütet (!) grüßt herzlich

Ihr Pfr. Uwe van Raay

 

 

21.10.2020: # Fang das Licht!    

Fang das Licht!

Vielleicht kennen Sie den Schlager? Karel Gott hat ihn gesungen. Ein Lied über das Einfangen von guten Momenten und Erfahrungen, ein Lied über das Vertrauen auf jemanden, der mit einem geht.

Hier geht es zum Text und Lied!

Man könnte meinen, Karel Gott kennt die Geschichte von der Feldmaus Frederick und seiner Mäusefamilie. Auch dort geht es im übertragenen Sinne darum, dass wir Menschen mehr brauchen als Essen und Trinken. Während alle Mäuse für den Winter Nüsse, Beeren und Stroh sammeln, sammelt Frederick Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Und als im Winter die Vorräte zuneige gehen, da fragen die Mäuse Frederick danach und als er ihnen von den Sonnenstrahlen, den Farben und schönen Wörtern erzählt, da wird ihnen ganz warm ums Herz und die Mäusefamilie rückt näher zusammen und verlebt einen schönen Winter.

Ja, es geht nicht nur um die primären Bedürfnisse im Leben: satt, warm und gekleidet zu sein. Es gibt auch diesen Hunger nach innerer Wärme, nach Liebe und Zuneigung, nach Gesellschaft und Gemeinschaft. Es ist eine zutiefst menschliche Sehnsucht, die gerade in Zeiten, in denen die Coronazahlen wieder steigen und die Maßnahmen wieder strikter werden, auf die Probe gestellt wird.

Auch wir als christliche Gemeinschaft merken diesen Mangel, wenn wir uns nur auf Abstand Gottesdienst feiern können, wenn wir uns Gedanken über andere Formen von christlichem Miteinander machen. Da geht es darum, Lösungen zu finden, kreativ zu sein, innovativ zu denken und Möglichkeiten zu eröffnen. Und wenn das nicht weiterbringt, dann haben wir diesen Vorrat an guten Erinnerungen, den wir nutzen können. Aber bitte nicht als Vertröstung nach dem Motto „Ach früher war doch alles viel besser!“ Das tröstet nicht, das vertröstet nur.

„Für das Vergangene Danke, für das kommende Ja“, diese Haltung ist da sicherlich konstruktiver. Die Mäusefamilie hat ja auch nicht der vergangenen Dinge nur nostalgisch gedacht, sondern diese Erinnerungen haben geholfen über den Winter zu kommen. Die Mäuse haben sicherlich auf den Frühling gewartet, wo das Leben wiedererwacht, wo sie wieder in der Natur alles machen konnten, was für ihr Leben wichtig war. So wird es uns auch hoffentlich nach der Corona-Pandemie gehen. Aber bis dahin dürfen wir uns, wenn es uns mal nicht so gut geht, auch an den Sonnenerfahrungen und schönen Erlebnissen in unserem Leben erfreuen, denn sie ernähren unsere Seele.

Also machen wir es wie einst Karel Gott:

Fangen wir das das Licht und halten wir es fest!
Für die Tage, an dem die Hoffnung uns verlässt
Und glauben wir, dass es für uns keine Wunder gibt
Dann vergessen wir nicht, dass da jemand ist, der uns liebt!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch sonnige Herbsttage, innen wie außen!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

 

13.10.2020: # Ich war von Gott überwältigt worden und ich bin es noch!   

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

Ich bin von Gott überwältigt worden und bin es noch! (Zitat Madeleine Delbrêl)


Liebe Leserinnen und Leser,

gestern, am 13.Oktober war der Todestag von Madeleine Delbrêl. 1964 ist sie im Alter von 60 Jahre in Ivry-sur-Seine gestorben.

Mit Blick auf Madeleine und meiner ersten intensiven „Begegnung“ mit ihr, wage ich mal fast ähnlich zu formulieren. Je mehr ich in den vergangenen Jahren zu ihr gelesen habe, ihr quasi näher und näher gekommen bin, umso mehr bin ich von Madeleine, ihrem Weg und ihrer Spiritualität überwältigt worden und bin es noch. Jedes Mal aufs Neue. Und auch jetzt, würde ich SIE, liebe Leserinnen und Leser am liebsten einladen, sich mit mir zu treffen und gemeinsam dieser Frau, ihrer Spiritualität, ihren Gotteserfahrungen, ihrem Leben und darin letztlich Gott zu begegnen.

Was für eine Frau, was für ein Lebensweg.

Von der bekennenden Atheistin zur Mystikerin. Der alles verwandelnden Moment, als sie sich entschließt zu beten und als Suchende von Gott gefunden wird. Sie studiert nicht Theologie, sondern Sozialarbeit. Täglich dem Evangelium ein Wort entreißend, ist sie zeitlebens unmittelbar mit und zu den Menschen auf dem Weg - in der Armut des ganz banalen Lebens/ Alltags. Mitten in einer völlig säkularisierten und kommunistischen Umgebung. In der Haltung absichtsloser Präsenz, mit der Liebe als einziger Aufgabe im Gepäck– Gott einen Ort sichern wollend.

Madeleines Kraftquelle – Gott selbst, das Gebet und das Evangelium. Und damit meint sie mehr als das Buch. Im Evangelium begegnen wir (nicht nur aus ihrer Sicht) letztlich Christus selbst. Täglich neu kann dieses geschehen.

Vielleicht mögen Sie es ihr in den kommenden Tagen ja mal nachmachen. Das Evangelium an einer beliebigen Stelle aufschlagen, lesen und sich von einem Wort, einem Satz finden lassen, der sie dann durch den Tag begleitet. Fais parait! Mach´s genauso! (Zitat Madeleine; Juni 64) kommt mir dazu in den Sinn.

Madeleine Delbrêl., ihr Leben, ihr Weg machen mir Mut, immer wieder. Auch und gerade in dieser Zeit, dieser Welt, dieser Kirche. Zum Abschluss habe ich einige meiner Lieblingsgedanken, Impulse von Ihr angefügt. Auch diese können Tagesimpulsgeber und Wegbegleiter sein.  Und wer weiß, wenn dieser und / oder ihr Evangeliums Wort sie dann durch den Tag begleitet – vielleicht treffen Sie ja Gott. Werden suchend von IHM gefunden.

  • Absichtslos präsent
  • In der Armut eines ganz banalen Lebens
  • Liebe ist unsere einzige Aufgabe
  • Lasst euch finden!
  • Insel der göttlichen Anwesenheit sein
  • Gott einen Ort sichern

In herzlicher Verbundenheit

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

07.10.2020: # Grenzüberschreitendes Beten...

 

 

 

 

 


(aus: pixabay.de)

 


Heute ist der 7. Oktober. Im kirchlichen Heiligenkalender steht für diesen Tag: Maria vom Rosenkranz / Gedenktag unserer Lieben Frau vom Rosenkranz. Sagt Ihnen dieses Fest etwas?
Ich selbst kann mich zumindest daran erinnern, dass ich im Alter der Erstkommunion noch den Rosenkranz gelernt habe, dass er zuweilen in der Familie (meist sonntags abends) gebetet wurde. Frühere Generationen haben ihn sicherlich viel öfter in ihren Händen gehalten, dabei der Gottesmutter ihre persönlichen Sorgen, ihren Dank und ihre Bitten anvertraut oder auch Nöte der Welt in das Gebet hineingelegt. In unseren Gemeinden ist es zudem üblich, dass sich Gläubige zum Rosenkranzgebet zu festen Zeiten versammeln. So gilt auch einmal an dieser Stelle ein herzlicher Dank all denjenigen, die diese Andachten vorbereiten, aber auch allen, die „einfach nur kommen“! Sie – lieber Leser, liebe Leserin – lade ich natürlich ein, diese Angebote wahrzunehmen und sich in die Gebetskette einzureihen oder auch einmal still für sich – Zuhause, unterwegs, bei einem Spaziergang – mit Maria ins Gespräch zu kommen.
Ich vermute, dass ein Gefühl Menschen über Jahrhunderte hinweg Trost und Hoffnung gespendet hat, das Gefühl, dass da eine Frau ist, die zuhört, die schlicht da ist. Und zwar für alle menschlichen Lebenslagen! Denn so interpretiere ich die Tatsache, dass es die schmerzhaften, aber auch die freudenreichen Geheimnisse gibt… Darin betrachten wir das Leben Jesu in Freud und Leid, stets aus der Perspektive Mariens, die mitfühlend diese Wege mitgegangen ist.
Gläubige öffn(et)en durch die Aneinanderreihung der Ave Maria`s der Gottesmutter ihr Herz. So habe ich mich übrigens für genau dieses Foto am Anfang des Textes entschieden, denn hier können wir gut diese Form erkennen: Wir können es als Herz des Beters / der Beterin deuten, das sich im Gebet suchend an sie wendet, aber natürlich auch als großes Herz Mariens, wenn wir sie als Mutter – als Schwester – als gute Freundin anreden. Und in dieser besonderen Gabe ist sie eine Person, die über die Jahrhunderte wirkt und nicht an Bedeutung verliert… An den Bewegungen unserer Zeit erkennen wir, dass auch moderne Frauen sie als Vorbild sehen, sie um Rat fragen und sich unter ihren Schutz stellen. Ganz unterschiedliche positionierte Menschen beten somit zu ihr und das führt mich zu der Lesung des heutigen Tages (Apg 1,13-14), die den Titel trägt: Die betende Urgemeinde!
13 Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Auch hier sitzen doch recht unterschiedliche Charaktere zusammen: der hitzköpfige Simon Petrus, der zweifelnde Thomas, der vermutlich eher sanftmütige Johannes und eben auch viele Frauen. Vielleicht können wir diese Gebetsgemeinschaft auch heute noch als Orientierungspunkt nutzen, gerade in einer Zeit, in der so Vieles in der Kirche im Umbruch ist. Das gemeinsame Gebet scheint grenzüberschreitend zu sein…

Schließen möchte ich mit einem kleinen Gruß an alle Mädchen und Frauen, die den Namen Rosalie tragen: Gottes Segen zum Namensfest! Denn heute ist auch Euer Tag… 😊

 


Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest
Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

 

30.09.2020: # Alles hat seine Zeit!

 

 

 

 

Impuls kann gerne zugesandt werden!

 

23.09.2020: # Die Sonnenblume und was wir von ihr lernen dürfen

 

Liebe Leser*innen,

in den letzten Wochen durften wir einen wunderschönen Spätsommer genießen. Die Sonne hat uns mit ihrer Wärme und ihren wohltuenden Lichtstrahlen verwöhnt. Die frühen Hochkulturen verehrten die Sonne als Gottheit. Durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welch positive Wirkung Wärme und Sonnenlicht auf unsere Psyche haben. Bei Sonnenschein sind wir vitaler und entspannter; unsere Laune steigt.

In den Blumengeschäften, auf den Wochenmarktständen, an Feldrändern und auf Wiesen begegnet uns derzeit eine Blume, die zu diesem Spätsommer gehört wie keine andere: Die Sonnenblume. Majestätisch überragt sie mit Ihrer Größe die anderen Pflanzen. „Gott wie zahlreich sind deine Werke, sie alle hast du mit Weisheit gemacht“ (Psalm 104), fällt mir spontan ein, wenn ich diese botanische Schönheit betrachte. Klug streckt sie ihren Blütenkopf der Sonne entgegen, denn nur so kann sie ihre kleinen grünen Knospen in ein leuchtendes Gelb verwandeln und zum Erblühen bringen.

Zurück zu uns Menschen: Was ist, wenn die Sonne in den kommenden trüben Herbsttagen verschwindet und unser getankter Lichtvorrat der letzten Tage sich zu  Ende neigt? Oder übertragen gesprochen: Was ist, wenn uns das Leben mal wieder mehr oder weniger aus der Bahn wirft?

Es gibt da jemanden, der Hilfe anbietet, indem er von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12). Große, beeindruckende Worte des Jesu von Nazareth sind das. Er möchte uns also in der Dunkelheit Hoffnung geben. Doch gelingt ihm das? Können wir diese von Liebe geprägte Zusage annehmen?

Wenn ich mit einem WhatsApp-Emoji antworten sollte, würde ich das wählen, welches nachdenklich die Augenbraue nach oben ziehend gen Himmel schaut. Denn es braucht erstmal eine Entscheidung, um dieses Geschenk annehmen zu können, ein Ja oder Nein. Und dann braucht es noch was, nämlich gemachte Erfahrungen auf unserem Weg durch das Leben, die uns das so theoretische Bibelwort auch tatsächlich spüren lassen. Diese passieren nicht von heute auf morgen. Es gibt keinen Schaltknopf, der das von Jesus beschriebene Licht des Lebens mal eben einfach so anknipst. Vielmehr sind Zeit und Geduld gefragt, damit die Freundschaft und Beziehung zu Gott wachsen können und wir seine Leuchtkraft erkennen. Ein Prozess, der uns oft einiges zumutet und abverlangt.

Die Sonnenblume hat sich intelligent entschieden. Sie streckt ihren Kopf der Sonne entgegen, damit sie ihre Pracht entfalten und wunderschön gelb leuchten kann. Doch wie ist es mit uns? Neigen wir unser Gesicht Gottes Wärme zu, um gut und getröstet durch die jahreszeit- oder lebensbedingten grauen Tage  zu kommen?

Ich möchte Sie dazu von Herzen ermutigen, denn es lohnt sich.

 

Ihre Ute Paschedag

Gemeindeassistentin im Pastoralen Raum Soest

 

Zu erreichen unter: Telefon 02921/6710672 oder eMail ute.paschedag@pr-soest.de

 

16.09.2020: # Selig sind die Humorvollen und Weisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: pixabay)

Impuls kann gerne zugesandt werden!

09.09.2020: # Die Kraft des Betens

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

 

 

Liebe Maria,

am 08.September denken wir jedes Jahr an Deinen Geburtstag. Ich mag Geburtstage, auch Deinen. Besonders als Kind mochte ich ihn. Als Schülerin des Mariengymnasiums in Arnsberg hatte ich dann immer schulfrei und welches Kind freut sich darüber nicht.

Geburtstage finde ich gut. Nein, schon lange nicht mehr `nur` wegen der Geschenke. Ich finde, sie laden immer ein, ein wenig inne zu halten, zurückzuschauen und auch nach vorn.

Mein Geburtstag ist erst in ein paar Monaten, ich habe somit noch etwas Zeit. Warum mir aber Deiner in diesem Jahr so bewusst geworden ist und ich ihn so achtsam wahrgenommen haben, tja?  Vielleicht liegt es daran, dass durch Corona, diese weltweite Pandemie und auch noch andere weltpolitische und ökologische Themen unser menschliches Leben schon sehr ins Wanken geraten ist.

Wie bei Dir, dachte ich am 08.09. morgens beim Blick in mein Tedeum. Als mir der Satz ins Auge sprang, dass Du und Dein JA!  eine wesentliche Bedeutung in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen hast. (So ähnlich stand es da.) Und meine Gedanken gingen von ganz alleine zu Deiner Begegnung mit dem Engel. Der Verkündigung, dass Gott Großes mit Dir vorhat, und Deine berechtigte Frage: Wie soll das geschehen?

Und dann Dein Ja! Kein Masterplan, keine große Konzeptentwicklung. Kein - `da muss ich erstmal ein paar Coachingstunden machen, um die verschiedenen Aspekte meiner Entscheidung zu überdenken.` Du hast einfach JA! gesagt und von da an ist in Deinem Leben kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Auch der Realitätsschock folgte ja unmittelbar. `Danach verlies Dich der Engel. ` Solange wie ich denken kann, kommst Du mir an der Stelle immer besonders nah. Wenn ich zu etwas Ja gesagt habe, kenne ich im Anschluss manchmal durchaus den Gedanken, mich wie von allen guten Geistern, von allen Engeln verlassen zu fühlen. Oder zumindest ist der Blick dann so verstellt, dass ich sie nicht mehr `sehe`. Hast Du Dich auch so gefühlt? Und trotzdem hast Du den Ruf Gottes angenommen, bejaht. Bist Deiner Berufung gefolgt. Sind Geburtstage nicht auch eine Gelegenheit sich immer mal wieder der Frage nach der Zustimmung, der eigenen Berufung, dem persönliche Ja! zu stellen? Ich kann Dir sagen, auch in 2020 ist Frausein, Christin sein in der Kirche immer wieder eine echte Herausforderung und Entscheidung.

Und braucht es nicht immer wieder auch stärkende, mutmachende Begegnungen um auf dem Weg zu bleiben? Deine Begegnung mit Elisabeth kommt mir in den Sinn. Bestimmt erinnerst Du Dich. O.k., komische Frage. Wie könnte frau eine solche Begegnung je vergessen. Dieses geisterfüllte Aufeinandertreffen von euch beiden Frauen, das in Deinem Magnificat endete. Welch` einzigartige, bedeutsame lebensrelevante Begegnung. Wow. Vielleicht ist auch das eine Geburtstagsfrage: Welche Begegnungen haben mir im vergangenen Lebensjahr Perspektiven eröffnet? Mich dankbar erkennen lassen: da hatte wohl Gott `seine Finger im Spiel`.

Ach Maria, Corona hat unser Leben sehr verändert. Seit März 2020 sind wir herausgefordert unser Leben, unsere Begegnungen, unseren Alltag, unser menschliches Miteinander immer wieder neu und achtsam auszuloten. Neben Angst, Unsicherheit, ungewohnten Verhältnissen von Distanz und Nähe und vielen Fragen entsteht gleichzeitig mit Kreativität und Einfallsreichtum auch viel – Gutes! Neues!

Dazu kommt mir doch gerade noch ein Gedanke, ein Satz, ja eine Aufforderung von Dir:

Was ER euch sagt, das tut. (Joh2,5) Ja! Du hast erkannt, dass den Menschen etwas Wesentliches gefehlt hat, auf dieser Hochzeitsfeier in Kana. Dass Reserven aufgebraucht waren. Dafür bist Du sogar in die Auseinandersetzung mit Deinem Sohn gegangen. Ich will die Geschichte gar nicht wieder aufwärmen. Aber diesen Impuls, Deine Aufforderung damals an die Diener, heute für mich, für uns mitnehmen, in meinen (Corona) Alltag. Konkret bedeutet das ja, nach Innen lauschen, beten, mich anvertrauen – IHM und seinem Wort. Das berührt, aufhorchen lässt und lebensbejahende und lebensrelevante Perspektiven eröffnet, mitten im Leben, egal wie die äußeren Umstände auch sind. Danke dafür.

Liebe Maria, ich bin sehr froh und dankbar, dass Du, als der Engel vor Dir stand JA! gesagt hast. Das wollte ich Dir immer schon mal sagen und da scheint mir Dein Geburtstag doch genau der richtige Anlass zu sein.

Deine Martina

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

02.09.2020: # Die Kraft des Betens

2020 08 26 Beten

 

 

  

 

 

 

Vor längerer Zeit hatte ich einmal im (zu dem Zeitpunkt noch getrennten) Pfarrbrief in der Ausgabe für Bad Sassendorf ein Zitat als Einstieg in meine Gedanken genutzt: „Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten.“ Zugeschrieben wird es dem ehemaligen Vorsitzenden des DDR-Ministerrates, Horst Sindermann. Anlass dieses Satzes waren die Erfahrungen der Montagsdemonstationen, die schließlich im Fall der Mauer und der deutschen Einigung mündeten.

Warum kommt mir dieses Zitat gerade jetzt wieder in den Sinn?

Es rührt daher, weil es mir selbst kürzlich wieder begegnete in einem ganz anderen Zusammenhang. In der Ausgabe unserer Kirchenzeitung „Der Dom“ vom 23. August führte Claudia Auffenberg (Chefredaktion) ein Interview mit Priorin Irene Gassmann, die zu Beginn ihrer Aussagen direkt an diese Leipziger Montagsgebete anknüpft. Irene Gassmann, dieser Name wird den meisten von Ihnen nichts sagen, auch mir war sie bis dato unbekannt. Doch ihr „Projekt“ zieht weite Kreise: das sogenannte Donnerstagsgebet.
Die Priorin steht einem Benediktinerinnenkloster (Abtei Fahr/ Schweiz) vor. Wie viele in der katholischen Kirche machten sich die Ordensschwestern Gedanken über die Situation der Kirche. Die Missbrauchsfälle haben auch sie betroffen gemacht und vor allem nachdenklich – nachdenklich über die Machtstrukturen in der Kirche. Obwohl sie selbst als Priorin ja durchaus eine „gute Stellung“ in der katholischen Kirche einnimmt, fiel es ihr vor allem in dieser Coronazeit ins Auge: Ohne Mann (Priester) ist bei uns Vieles nicht machbar. Keine Sakramente, keine Beichte, keine Eucharistiefeiern… Und das, obwohl es gerade in der Krise die Zuwendung Gottes durch die Sakramente mehr denn je gebraucht hätte. Mitten in die Zeit des Lockdowns fiel ausgerechnet unser Hochfest: die Kar- und Ostertage 2020. Wie an vielen Orten hat sich auch das Kloster Gedanken über die Ausrichtung der Heiligen Woche machen müssen und so entstanden neue Formen der Liturgie – einfacher, aber nicht weniger berührend (so das Empfinden der Priorin).

Langfristig ist aus diesen Ideen – auch in Vernetzung mit anderen Theologinnen und kirchlichen Mitarbeiterinnen – das sogenannte Donnerstagsgebet entstanden. Von der Schweiz aus zog es (wie erwähnt) Kreise, die rasch die Landesgrenzen überschritten. Es erreichte das Erzbistum Paderborn und irgendwann auch uns direkt in Soest. Uns (Foto s. o.) hat diese Idee begeistert und wir laden ein, sich in diese Gebetskette einzureihen.

2020 08 24 kfd1Am 3. September starten wir um 18.30h in der Heilig Kreuz Kirche in Soest das Gebet, das die Kraft der Veränderung, Glaubwürdigkeit, Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit in den Blick nehmen will. Jeden ersten und dritten Donnerstag ist es offen für alle, die sich für dieses Thema interessieren. Gebet – Austausch – Begegnung: Diese drei Worte stehen über den abendlichen Treffen. Geben Sie diese Termine gerne untereinander weiter!!!

Die damaligen DDR-Bürgern haben sich friedlich, solidarisch und auf Gott vertrauend auf den Weg gemacht und… Was ist daraus geworden? Für mich ein Beispiel, das zur Nachahmung einlädt. Lasst es auch uns angehen, mit Gebeten zu verändern… Schritt für Schritt!!!

 

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

26.08.2020: # Für wen aber hälst Du mich?

2020 08 25 Jesus

 

 Für wen aber hälst Du mich?

 

 

(© Photo: Privat)

 

Morgens in einem Seminar. Wir steigen ein in den Tag mit einem spirituellen Impuls. Es geht um folgenden Bibeltext:

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu: 16,13–16

„13 Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? 14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Für wen aber hältst Du mich? Vielleicht ist es gut, sich diese Frage mal wieder zu stellen. Wir haben es jedenfalls getan. Sehr unterschiedlich waren die Wahrnehmungen, sehr unterschiedlich die Blickwinkel, sehr unterschiedlich die Christusbeziehungen. Ja, der Glaube lebt von Beziehung. Wir haben es in den vergangenen Monaten gesehen, was passiert, wenn Begegnung in Beziehung nicht mehr möglich ist. Aber es geht nicht nur um die Begegnungen in der Gemeinschaft mit anderen, die zu unserem „Stall“ dazu gehören, es geht auch und zu allererst um die Beziehung zu dem, auf den das alles gegründet ist, Jesus Christus. Wie sieht es da aus? Was antworte ich, wenn ich ganz persönlich gefragt werde: Du, Sonja, für wen hältst Du mich? Und da der Glaube eine Dynamik hat und Beziehungen auch immer in Bewegung und Veränderung sind, kann die Antwort immer wieder anders aussehen. Wir sind nicht irgendwann damit fertig, sondern wir machen uns immer wieder neu auf die Suche nach Antworten. Meine Antwort heute Morgen war folgende: Jesus, Du bist für mich ein „engelhaftes Vorbild“ für gelingendes Leben. Ein Engel ist ein Mensch mit Herz. So möchte ich auch unterwegs sein, als Mensch und als Christin. „Wohin du auch gehst, geh mit deinem Herzen.“ (Konfuzius). Vielleicht nehmen sie sich auch mal eine kleine Auszeit und denken mal darüber nach, was sie antworten würden auf die Frage Jesu: „Du, …, für wen hältst Du mich?“

Ich wünsche Ihnen dabei gute Gedanken und wertvolle Erkenntnisse. 😉                                                                                                                                                                
© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

19.08.2020: #