Gebete und Impulse
aus dem Pastoralen Raum Soest

 

 

In vielen Kirchen ist es Brauch, dass Menschen in einem Gebetsanliegen eine Kerze anzünden.

Diese Möglichkeit geben wir Ihnen auch auf der Homepage der Abtei Königsmünster. Die Mönche nehmen Ihr Anliegen dann mit in ihr Gebet!

Hier klicken und eine virtuelle Kerze entzünden!

 

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  #Tragseil

    Glaube verbindet / Kirche trägt / Gott hält -
   
Gedanken zum Durchhalten, Aufatmen, Hoffnung behalten

       Bild: pixabay

 

Liebe Menschen im Pastoralen Raum Soest,
wir führen die Reihe der #Tragseil-Impulse weiter und stellen hier jeweils zur Wochenmitte und am Sonntag einen neuen Impuls online. Diese Impulse sollen Ihnen während der Coronakrise, Hilfestellung und Ermutigung sein. Einige Seelsorger/innen aus dem Pastoralen Team werden ihre individuellen Gedanken in dieser so herausfordernden Zeit mit Ihnen teilen. Sollten Sie zu den Texten Gesprächsbedarf haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme, die jeweiligen Daten dazu finden Sie unter jedem einzelnen Denkanstoß.

Wir sind für Sie da!
Ihre Impulsgeber / Impulsgeberinnen

 

23.09.2020: # Die Sonnenblume und was wir von ihr lernen dürfen

 

Liebe Leser*innen,

in den letzten Wochen durften wir einen wunderschönen Spätsommer genießen. Die Sonne hat uns mit ihrer Wärme und ihren wohltuenden Lichtstrahlen verwöhnt. Die frühen Hochkulturen verehrten die Sonne als Gottheit. Durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welch positive Wirkung Wärme und Sonnenlicht auf unsere Psyche haben. Bei Sonnenschein sind wir vitaler und entspannter; unsere Laune steigt.

In den Blumengeschäften, auf den Wochenmarktständen, an Feldrändern und auf Wiesen begegnet uns derzeit eine Blume, die zu diesem Spätsommer gehört wie keine andere: Die Sonnenblume. Majestätisch überragt sie mit Ihrer Größe die anderen Pflanzen. „Gott wie zahlreich sind deine Werke, sie alle hast du mit Weisheit gemacht“ (Psalm 104), fällt mir spontan ein, wenn ich diese botanische Schönheit betrachte. Klug streckt sie ihren Blütenkopf der Sonne entgegen, denn nur so kann sie ihre kleinen grünen Knospen in ein leuchtendes Gelb verwandeln und zum Erblühen bringen.

Zurück zu uns Menschen: Was ist, wenn die Sonne in den kommenden trüben Herbsttagen verschwindet und unser getankter Lichtvorrat der letzten Tage sich zu  Ende neigt? Oder übertragen gesprochen: Was ist, wenn uns das Leben mal wieder mehr oder weniger aus der Bahn wirft?

Es gibt da jemanden, der Hilfe anbietet, indem er von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer an mich glaubt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12). Große, beeindruckende Worte des Jesu von Nazareth sind das. Er möchte uns also in der Dunkelheit Hoffnung geben. Doch gelingt ihm das? Können wir diese von Liebe geprägte Zusage annehmen?

Wenn ich mit einem WhatsApp-Emoji antworten sollte, würde ich das wählen, welches nachdenklich die Augenbraue nach oben ziehend gen Himmel schaut. Denn es braucht erstmal eine Entscheidung, um dieses Geschenk annehmen zu können, ein Ja oder Nein. Und dann braucht es noch was, nämlich gemachte Erfahrungen auf unserem Weg durch das Leben, die uns das so theoretische Bibelwort auch tatsächlich spüren lassen. Diese passieren nicht von heute auf morgen. Es gibt keinen Schaltknopf, der das von Jesus beschriebene Licht des Lebens mal eben einfach so anknipst. Vielmehr sind Zeit und Geduld gefragt, damit die Freundschaft und Beziehung zu Gott wachsen können und wir seine Leuchtkraft erkennen. Ein Prozess, der uns oft einiges zumutet und abverlangt.

Die Sonnenblume hat sich intelligent entschieden. Sie streckt ihren Kopf der Sonne entgegen, damit sie ihre Pracht entfalten und wunderschön gelb leuchten kann. Doch wie ist es mit uns? Neigen wir unser Gesicht Gottes Wärme zu, um gut und getröstet durch die jahreszeit- oder lebensbedingten grauen Tage  zu kommen?

Ich möchte Sie dazu von Herzen ermutigen, denn es lohnt sich.

 

Ihre Ute Paschedag

Gemeindeassistentin im Pastoralen Raum Soest

 

Zu erreichen unter: Telefon 02921/6710672 oder eMail ute.paschedag@pr-soest.de

 

16.09.2020: # Selig sind die Humorvollen und Weisen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: pixabay)

 

Selig sind die Humorvollen und Weisen

„Selig sind die Humorvollen und Weisen

Selig, die über sich selbst lachen können,

sie werden immer Unterhaltung finden.

Selig, die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können,

sie werden sich viel Ärger ersparen.

Selig, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen,

ohne dafür Entschuldigung zu suchen,

sie werden weise werden.

Selig, die schweigen und zuhören können,

sie werden dabei viel Neues lernen.

Selig, die intelligent genug sind, sich selbst nicht ernst zu nehmen,

sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.

Selig, die aufmerksam sind für die Winke der anderen,

ohne sich jedoch für unersetzlich zu halten,

sie werden viel Freude säen.

Selig, die lächeln können und kein böses Gesicht machen,

ihre Wege werden sonnenbeschienen sein.

Selig, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen zu nehmen,

sie werden im Leben sehr weit kommen.

Selig, die denken bevor sie handeln, und beten, ehe sie denken,

sie werden eine Menge Dummheit vermeiden.

Selig, die schweigen und lächeln können,

auch wenn man ihnen das Wort abschneidet und ihnen auf die Zehen tritt,

sie sind dem Geiste des Evangeliums sehr nahe.

Selig, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben,

sie werden Licht und Güte und Freude ausstrahlen.“

(Norman Rentrop)

 

Dieser Text fand sich in einer Statusmeldung auf Whats App. Als ich ihn gelesen habe, dachte ich: Das sind ja mal gute Anregungen, wie die christliche Haltung gelebt werden kann. Und diese Haltung ist mir persönlich sehr sympathisch, zeigt sie doch, dass Christen offen und entwicklungsfähig sein können, dass sie nicht immer „todernst“ durchs Leben gehen müsen, dass sie im Dialog mit anderen stehen wollen und dass sie sich selbst nicht immer als den Nabel der Welt sehen müssen. Angesichts der Tatsache, dass wir christliche Kirchen nicht mehr gesellschaftlich den Status einer Volkskirche besitzen, ein guter Ansatz, die Gesellschaft mitzugestalten. Besonnenheit und Achtsamkeit, Gelassenheit und eine Prise Humor, das sind gute Eigenschaften, mit denen man sich über die wichtigen Dinge im Leben Gedanken machen kann. Durch die Coronazeit hat sich vieles verändert. Das wirft Fragen auf, die bisweilen sehr grundsätzlich sind. Und in diesem Kontext sind viele Menschen sehr dünnhäutig und aggressiv geworden. Da sind besonnene Menschen mit so einer Haltung, wie sie im Text beschrieben wird, konstruktiver, als solche Menschen, die mit dem „HP-Männchen-Syndrom“ schnell in Diskussionen die Contenance verlieren. Die christliche Haltung ist so: Resilient und konstruktiv, denn es geht um die Gestaltung eines guten gesellschaftlichen Miteinanders. Das ist das oberste Gebot und dazu bietet der Text wertvolle Möglichkeiten.

Ich lade sie ein, diesen Text irgendwo hinzuhängen, wo er ihnen immer mal wieder in den Blick kommt. Dann kann das Leben entspannter und für alle angenehmer sein.

In diesem Sinne: Bleiben sie menschlich, christlich und humorvoll!

© 2020 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

09.09.2020: # Die Kraft des Betens

 

 

 

 

(Foto: Pixabay)

 

 

Liebe Maria,

am 08.September denken wir jedes Jahr an Deinen Geburtstag. Ich mag Geburtstage, auch Deinen. Besonders als Kind mochte ich ihn. Als Schülerin des Mariengymnasiums in Arnsberg hatte ich dann immer schulfrei und welches Kind freut sich darüber nicht.

Geburtstage finde ich gut. Nein, schon lange nicht mehr `nur` wegen der Geschenke. Ich finde, sie laden immer ein, ein wenig inne zu halten, zurückzuschauen und auch nach vorn.

Mein Geburtstag ist erst in ein paar Monaten, ich habe somit noch etwas Zeit. Warum mir aber Deiner in diesem Jahr so bewusst geworden ist und ich ihn so achtsam wahrgenommen haben, tja?  Vielleicht liegt es daran, dass durch Corona, diese weltweite Pandemie und auch noch andere weltpolitische und ökologische Themen unser menschliches Leben schon sehr ins Wanken geraten ist.

Wie bei Dir, dachte ich am 08.09. morgens beim Blick in mein Tedeum. Als mir der Satz ins Auge sprang, dass Du und Dein JA!  eine wesentliche Bedeutung in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen hast. (So ähnlich stand es da.) Und meine Gedanken gingen von ganz alleine zu Deiner Begegnung mit dem Engel. Der Verkündigung, dass Gott Großes mit Dir vorhat, und Deine berechtigte Frage: Wie soll das geschehen?

Und dann Dein Ja! Kein Masterplan, keine große Konzeptentwicklung. Kein - `da muss ich erstmal ein paar Coachingstunden machen, um die verschiedenen Aspekte meiner Entscheidung zu überdenken.` Du hast einfach JA! gesagt und von da an ist in Deinem Leben kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Auch der Realitätsschock folgte ja unmittelbar. `Danach verlies Dich der Engel. ` Solange wie ich denken kann, kommst Du mir an der Stelle immer besonders nah. Wenn ich zu etwas Ja gesagt habe, kenne ich im Anschluss manchmal durchaus den Gedanken, mich wie von allen guten Geistern, von allen Engeln verlassen zu fühlen. Oder zumindest ist der Blick dann so verstellt, dass ich sie nicht mehr `sehe`. Hast Du Dich auch so gefühlt? Und trotzdem hast Du den Ruf Gottes angenommen, bejaht. Bist Deiner Berufung gefolgt. Sind Geburtstage nicht auch eine Gelegenheit sich immer mal wieder der Frage nach der Zustimmung, der eigenen Berufung, dem persönliche Ja! zu stellen? Ich kann Dir sagen, auch in 2020 ist Frausein, Christin sein in der Kirche immer wieder eine echte Herausforderung und Entscheidung.

Und braucht es nicht immer wieder auch stärkende, mutmachende Begegnungen um auf dem Weg zu bleiben? Deine Begegnung mit Elisabeth kommt mir in den Sinn. Bestimmt erinnerst Du Dich. O.k., komische Frage. Wie könnte frau eine solche Begegnung je vergessen. Dieses geisterfüllte Aufeinandertreffen von euch beiden Frauen, das in Deinem Magnificat endete. Welch` einzigartige, bedeutsame lebensrelevante Begegnung. Wow. Vielleicht ist auch das eine Geburtstagsfrage: Welche Begegnungen haben mir im vergangenen Lebensjahr Perspektiven eröffnet? Mich dankbar erkennen lassen: da hatte wohl Gott `seine Finger im Spiel`.

Ach Maria, Corona hat unser Leben sehr verändert. Seit März 2020 sind wir herausgefordert unser Leben, unsere Begegnungen, unseren Alltag, unser menschliches Miteinander immer wieder neu und achtsam auszuloten. Neben Angst, Unsicherheit, ungewohnten Verhältnissen von Distanz und Nähe und vielen Fragen entsteht gleichzeitig mit Kreativität und Einfallsreichtum auch viel – Gutes! Neues!

Dazu kommt mir doch gerade noch ein Gedanke, ein Satz, ja eine Aufforderung von Dir:

Was ER euch sagt, das tut. (Joh2,5) Ja! Du hast erkannt, dass den Menschen etwas Wesentliches gefehlt hat, auf dieser Hochzeitsfeier in Kana. Dass Reserven aufgebraucht waren. Dafür bist Du sogar in die Auseinandersetzung mit Deinem Sohn gegangen. Ich will die Geschichte gar nicht wieder aufwärmen. Aber diesen Impuls, Deine Aufforderung damals an die Diener, heute für mich, für uns mitnehmen, in meinen (Corona) Alltag. Konkret bedeutet das ja, nach Innen lauschen, beten, mich anvertrauen – IHM und seinem Wort. Das berührt, aufhorchen lässt und lebensbejahende und lebensrelevante Perspektiven eröffnet, mitten im Leben, egal wie die äußeren Umstände auch sind. Danke dafür.

Liebe Maria, ich bin sehr froh und dankbar, dass Du, als der Engel vor Dir stand JA! gesagt hast. Das wollte ich Dir immer schon mal sagen und da scheint mir Dein Geburtstag doch genau der richtige Anlass zu sein.

Deine Martina

Martina Neuhaus, Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: martina.neuhaus@pr-soest.de oder Tel. 02921 6710676

 

 

 

02.09.2020: # Die Kraft des Betens

2020 08 26 Beten

 

 

  

 

 

 

Vor längerer Zeit hatte ich einmal im (zu dem Zeitpunkt noch getrennten) Pfarrbrief in der Ausgabe für Bad Sassendorf ein Zitat als Einstieg in meine Gedanken genutzt: „Mit allem haben wir gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten.“ Zugeschrieben wird es dem ehemaligen Vorsitzenden des DDR-Ministerrates, Horst Sindermann. Anlass dieses Satzes waren die Erfahrungen der Montagsdemonstationen, die schließlich im Fall der Mauer und der deutschen Einigung mündeten.

Warum kommt mir dieses Zitat gerade jetzt wieder in den Sinn?

Es rührt daher, weil es mir selbst kürzlich wieder begegnete in einem ganz anderen Zusammenhang. In der Ausgabe unserer Kirchenzeitung „Der Dom“ vom 23. August führte Claudia Auffenberg (Chefredaktion) ein Interview mit Priorin Irene Gassmann, die zu Beginn ihrer Aussagen direkt an diese Leipziger Montagsgebete anknüpft. Irene Gassmann, dieser Name wird den meisten von Ihnen nichts sagen, auch mir war sie bis dato unbekannt. Doch ihr „Projekt“ zieht weite Kreise: das sogenannte Donnerstagsgebet.
Die Priorin steht einem Benediktinerinnenkloster (Abtei Fahr/ Schweiz) vor. Wie viele in der katholischen Kirche machten sich die Ordensschwestern Gedanken über die Situation der Kirche. Die Missbrauchsfälle haben auch sie betroffen gemacht und vor allem nachdenklich – nachdenklich über die Machtstrukturen in der Kirche. Obwohl sie selbst als Priorin ja durchaus eine „gute Stellung“ in der katholischen Kirche einnimmt, fiel es ihr vor allem in dieser Coronazeit ins Auge: Ohne Mann (Priester) ist bei uns Vieles nicht machbar. Keine Sakramente, keine Beichte, keine Eucharistiefeiern… Und das, obwohl es gerade in der Krise die Zuwendung Gottes durch die Sakramente mehr denn je gebraucht hätte. Mitten in die Zeit des Lockdowns fiel ausgerechnet unser Hochfest: die Kar- und Ostertage 2020. Wie an vielen Orten hat sich auch das Kloster Gedanken über die Ausrichtung der Heiligen Woche machen müssen und so entstanden neue Formen der Liturgie – einfacher, aber nicht weniger berührend (so das Empfinden der Priorin).

Langfristig ist aus diesen Ideen – auch in Vernetzung mit anderen Theologinnen und kirchlichen Mitarbeiterinnen – das sogenannte Donnerstagsgebet entstanden. Von der Schweiz aus zog es (wie erwähnt) Kreise, die rasch die Landesgrenzen überschritten. Es erreichte das Erzbistum Paderborn und irgendwann auch uns direkt in Soest. Uns (Foto s. o.) hat diese Idee begeistert und wir laden ein, sich in diese Gebetskette einzureihen.

2020 08 24 kfd1Am 3. September starten wir um 18.30h in der Heilig Kreuz Kirche in Soest das Gebet, das die Kraft der Veränderung, Glaubwürdigkeit, Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit in den Blick nehmen will. Jeden ersten und dritten Donnerstag ist es offen für alle, die sich für dieses Thema interessieren. Gebet – Austausch – Begegnung: Diese drei Worte stehen über den abendlichen Treffen. Geben Sie diese Termine gerne untereinander weiter!!!

Die damaligen DDR-Bürgern haben sich friedlich, solidarisch und auf Gott vertrauend auf den Weg gemacht und… Was ist daraus geworden? Für mich ein Beispiel, das zur Nachahmung einlädt. Lasst es auch uns angehen, mit Gebeten zu verändern… Schritt für Schritt!!!

 

 

FHeckerHerzliche Grüße aus dem Pfarrhaus Bad Sassendorf!
Ihre Felicitas Hecker
Gemeindereferentin im PR Soest

Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 

26.08.2020: # Für wen aber hälst Du mich?

2020 08 25 Jesus

 

 Für wen aber hälst Du mich?

 

 

(© Photo: Privat)

 

Morgens in einem Seminar. Wir steigen ein in den Tag mit einem spirituellen Impuls. Es geht um folgenden Bibeltext:

Das Christusbekenntnis des Petrus und die Zusage Jesu: 16,13–16

„13 Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Menschen den Menschensohn? 14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. 15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? 16 Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Für wen aber hältst Du mich? Vielleicht ist es gut, sich diese Frage mal wieder zu stellen. Wir haben es jedenfalls getan. Sehr unterschiedlich waren die Wahrnehmungen, sehr unterschiedlich die Blickwinkel, sehr unterschiedlich die Christusbeziehungen. Ja, der Glaube lebt von Beziehung. Wir haben es in den vergangenen Monaten gesehen, was passiert, wenn Begegnung in Beziehung nicht mehr möglich ist. Aber es geht nicht nur um die Begegnungen in der Gemeinschaft mit anderen, die zu unserem „Stall“ dazu gehören, es geht auch und zu allererst um die Beziehung zu dem, auf den das alles gegründet ist, Jesus Christus. Wie sieht es da aus? Was antworte ich, wenn ich ganz persönlich gefragt werde: Du, Sonja, für wen hältst Du mich? Und da der Glaube eine Dynamik hat und Beziehungen auch immer in Bewegung und Veränderung sind, kann die Antwort immer wieder anders aussehen. Wir sind nicht irgendwann damit fertig, sondern wir machen uns immer wieder neu auf die Suche nach Antworten. Meine Antwort heute Morgen war folgende: Jesus, Du bist für mich ein „engelhaftes Vorbild“ für gelingendes Leben. Ein Engel ist ein Mensch mit Herz. So möchte ich auch unterwegs sein, als Mensch und als Christin. „Wohin du auch gehst, geh mit deinem Herzen.“ (Konfuzius). Vielleicht nehmen sie sich auch mal eine kleine Auszeit und denken mal darüber nach, was sie antworten würden auf die Frage Jesu: „Du, …, für wen hältst Du mich?“

Ich wünsche Ihnen dabei gute Gedanken und wertvolle Erkenntnisse. 😉                                                                                                                                                                
© 20Sonja Rudolph20 Pastoralverbund Soest

Ihre Sonja Rudolph, Klinikseelsorgerin und Gemeindereferentin zu erreichen über E-Mail sonja.rudolph@pr-soest.de

 

 

19.08.2020: #

(entnommen aus: www.pfarrbriefservice.de)

 „Ich gehe in jedem August gerne mit und erfahre immer wieder etwas Neues!“ sagte ich. „Ja. Mir geht es ähnlich. Nur… eigentlich – weil ich es stets danach vergesse – lerne ich jedes Jahr genau das Gleiche!“ war ihre Antwort mit einem Lächeln im Gesicht. Dieses kurze Gespräch habe ich vor längerer Zeit in meiner ersten Gemeinde mit einer Frau aus dem Pfarrgemeinderat geführt. Wir gehörten zu der Gruppe, die mit offenen Augen und Ohren einer Frau durch die Briloner Feldflur folgte. Die Dame führte uns hinaus aus dem Ort, legte dann und wann immer wieder einen Stopp ein, schnitt eine Pflanze ab und zeigte sie erklärend ihrer Zuhörerschar…

 Sie haben es sicherlich schon vermutet: Es geht um das Fest Mariä Himmelfahrt, das wir am vergangenen Wochenende in unserem Pastoralen Raum, in allen katholischen Kirchen, feiern konnten.

 Da mich der Festgedanke persönlich anspricht, bemühe ich mich, stets im Vorfeld andere vom Mitmachen zu überzeugen. Für meinen WhatsApp-Status habe ich mich deshalb Anfang August auf die Suche nach einem ansprechenden Motiv zur Werbung begeben und bin bei dem Foto hängengeblieben, das Sie oben bereits entdeckt haben.

 Schauen wir es uns doch einmal etwas genauer an… Zwei Hände – prall gefüllt mit den Gaben der Natur – dominieren die Szene. Gelb, weiß, ein helles grün… Frohe, leuchtende Farben strahlen die Pflanzen aus, eine Freude, die durch die bejahende Geste noch zusätzlich unterstrichen wird. Open-air ist die Aufnahme entstanden, zum Himmel ist scheinbar der ganze Mensch (auch wenn wir nur etwas von ihm erkennen) emporgereckt. Am Bildrand bemerkt der aufmerksame Betrachter noch dunkle Wolken, doch die Blumenpracht scheint sie zu verdrängen, denn direkt über ihr erstrahlt ein tolles Himmelblau. Woran mein eigener Blick zudem hängen blieb, ist die Form, die die Pflanzen durch die Hände erhalten. Ich sehe darin ein Herz.

 Und dabei kam mir der Gedanke an Maria, mit ihr fühlen wir uns bei der Kräutersegnung in besonderer Weise verbunden.  Ein Satz, der mich in ihrer Biografie beeindruckt, lautet: Maria aber bewahrte all das Gehörte in ihrem Herzen und dachte viel darüber nach. (Lukas 2, 19).

 Für mich steht hinter diesem scheinbar lapidaren Satz aus der Weihnachtsgeschichte ein Lebensmotto der Mutter Jesu. Sie kann oft das göttliche Geschehen in seiner Tiefe nicht verstehen, aber sie öffnet ihm ihr Herz, bedenkt es darin und kann so zum Glauben finden. Kein blinder Gehorsam, sondern ein reflektiertes Ja zu Gottes Plan. Insofern kann sie für uns heutige Christen zum Vorbild werden… nicht nur am 15. August.

 Wilde Möhre, Thymian, Salbei, Johanneskraut… Mögen Ihnen all‘ diese Pflanzen Gesundheit und Wohlergehen schenken.

 Und, falls es Ihnen genauso geht wie uns damals in der Briloner Feldflur und Sie eher zu den Biologie-Laien gehören: Vielleicht schlagen sie mal nach, wofür / wogegen alles ein Kraut gewachsen ist. Oder gehen Sie im nächsten Jahr einfach mal mit auf einer unserer Kräuterwanderungen!

 FHecker

Ihre Felicitas Hecker                               

 Gemeindereferentin im PR Soest

 Zu erreichen über Mail: felicitas.hecker@pr-soest.de oder Tel.: 02921 / 53614

 


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